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Geht's noch, Microsoft? Windows 10 fängt Browser-Setups ab (Update)

Von Witold Pryjda am 12.09.2018 11:51 Uhr
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Microsoft versucht schon länger, Nutzer von seinem Browser Microsoft Edge zu überzeugen. Das ist theoretisch auch legitim, es spricht nichts dagegen Werbung für sein eigenes Produkt zu machen. Doch die Redmonder greifen hier zu recht aggressiven Methoden, den aktuellen Höhepunkt stellt das "Abfangen" von Installationen anderer Browser dar.

Microsofts Praxis, auf dem Betriebssystem ziemlich aufdringlich für Edge zu werben, ist schon in Vergangenheit mehrfach negativ aufgefallen. Denn die Redmonder haben an diversen Stellen für den eigenen Browser geworben und etwa per Popup informiert, dass Microsoft Edge schneller und besser als ein Konkurrenzprogramm ist. Zwar lassen sich solche "Tipps" glücklicherweise in den Einstellungen abschalten, von Haus aus sind sie aber aktiviert.

Nun könnte Microsoft aber zu weit gehen, jedenfalls dann, wenn man sich entschließt, das von Ghacks entdeckte Verhalten in der finalen Version von Windows 10 zu integrieren. Denn seit der letzten Insider Preview für das Oktober-Update (Version 1809) werden Installationen von Chrome und Firefox vom Betriebssystem abgefangen und unterbrochen. Ja, richtig gelesen: unterbrochen.

Microsofts neuer Browser Edge (Project Spartan)

"Nutze doch lieber Edge"

Statt die gewünschte Installation durchzuführen, wird diese zunächst blockiert. Es erscheint ein Fenster, das den Nutzer informiert, dass er doch bereits den Microsoft Edge habe und dieser der "sicherere und schnellere Browser für Windows 10" sei.

Der Nutzer kann dann den (hervorgehobenen) Button für "in Microsoft Edge öffnen" oder auch "Trotzdem installieren" anklicken. Immerhin: Unter diesen beiden Möglichkeiten findet man einen Link, der die entsprechende Einstellung öffnet, in der man diese Warnung deaktivieren kann, wenn man sie nicht länger wünscht. Allerdings scheint letzteres noch fehlerhaft zu sein, denn wer das anklickt, landet in der App-Übersicht der Einstellungen, kann dort aber nichts entsprechendes deaktivieren.

Es ist nicht klar, ob das nur ein Test ist, der "nur" im Rahmen der Insider Previews durchgeführt wird oder ob Microsoft das tatsächlich durchziehen will. Es ist aber zu hoffen, dass die Redmonder schleunigst davon absehen, denn eine solche Bevormundung der Nutzer ist (unserer Meinung nach) schlichtweg inakzeptabel. Zudem ist durchaus denkbar, dass Microsoft so etwas in Zukunft auch bei anderen Programmen wie etwa Media-Playern macht.

Update 13. September 2018: Microsoft hat sich dazu bisher nicht mit einem offiziellen Statement geäußert, gegenüber The Verge haben aber Quellen in oder im Umfeld von Microsoft bestätigt, dass diese spezielle Warnung nicht im finalen Oktober-Update vorkommen wird und das derzeit lediglich ein Test sei. Überzeugend klingt das aber nicht, sondern eher so als wäre man erwischt worden und nun seine Hände in Unschuld wäscht.

Senf dazu: Windows 10-Spam - Liebes Microsoft, hör auf mit dem Scheiß

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