Jetzt auch mobil Kommentieren!

Streit eskaliert: EA weigert sich, in Belgien Lootboxen zu entfernen

Von Witold Pryjda am 11.09.2018 16:07 Uhr
42 Kommentare
Seit etwa einem Jahr gibt es rund um so genannten Lootboxen große Diskussionen, denn so mancher Staat hat diese in ihrer kostenpflichtigen Variante als Glücksspiel eingestuft. Am weitesten ging man in Belgien, dort wurden Lootboxen grundsätzlich für illegal erklärt.

Das hatte zur Folge, dass Publisher wie Blizzard, Valve und 2K Games diese Funktionalität aus den entsprechenden Spielen entfernt haben. Man wollte offenbar nicht in Konflikt mit den strengen Gesetzen des Landes kommen, denn Belgien ist zur Ansicht gekommen, dass Lootboxen ganz grundsätzlich als Glücksspiel gesehen werden müssen. Eine Unterscheidung zwischen spielentscheidenden Vorteilen und kosmetischen Artikeln macht das Benelux-Land indes nicht.

So ist beispielsweise auch Overwatch betroffen und das, obwohl der Blizzard-Shooter eigentlich als vorbildlich im Umgang Lootboxen gilt. Denn in Overwatch kann man sich auf diese Weise keine spielentscheidenden Vorteile kaufen (aber auch freispielen), sondern bekommt nur Skins und sonstigen kosmetischen Gegenstände. Damit finanziert Blizzard aber auch Inhalte, die Overwatch-Spieler ohne Aufpreis bekommen.

FIFA 19 - Gamescom-Trailer rückt den Story-Modus in den Mittelpunkt
Die Debatte ausgelöst hat im vergangenen Herbst Star Wars: Battlefront 2. Im EA-Spiel war der Umgang mit Lootboxen tatsächlich bedenklich, auch wenn Entwickler Dice und der Publisher das System weitgehend entschärft haben.

Bring it on

Auch das EA-Spiel FIFA 18 geriet ins Visier der belgischen Behörden. Denn Electronic Arts hat auf die neuen Bestimmungen nicht reagiert und hat bei FIFA keine Änderungen durchgeführt. Laut Eurogamer ist EA nun Gegenstand einer strafrechtlichen Untersuchung geworden, der Publisher will es also ganz offensichtlich darauf ankommen lassen. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft ist nun gefragt und muss entscheiden, ob man den Fall vor Gericht bringt.

EA weigert sich, Lootboxen als Glücksspiel zu sehen und verweist darauf, dass der Spieler stets eine bestimmte Anzahl an Gegenständen bekomme, zudem gebe es keine autorisierte Möglichkeit, diese gegen Echtgeld auszutauschen.
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
42 Kommentare lesen & antworten
Hoch © 2000 - 2019 WinFuture Impressum Datenschutz