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US-Politik: Microsoft erwägt Verlagerung von Jobs ins Ausland

Von Christian Kahle am 12.07.2018 15:09 Uhr
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Im Microsoft-Management ist man bereits darauf vorbereitet, bei Bedarf Teile der Geschäftstätigkeit aus den USA ins Ausland zu verlagern. Dazu könnte man gezwungen sein, wenn aktuelle Gesetzesvorhaben auf Bundesebene erfolgreich umgesetzt werden, erklärte Microsoft-President Brad Smith gegenüber dem US-Sender CNBC.

"Wir wollen keine Jobs aus den USA verlagern und wir hoffen, dass es in Washington nicht zu Entscheidungen kommt, die uns dazu zwingen würden", sagte Smith. Allerdings wird Microsoft nicht einfach abwarten, sondern die eigenen Lobbyisten auch in Marsch setzen, um Einfluss zu nehmen. Denn die Neuregelungen, die aktuell in der US-Politik auf der Tagesordnung stehen, würden massiv in den Alltag und das Leben zahlreicher Microsoft-Mitarbeiter eingreifen.

"Wir werden die Leute nicht einfach im Regen stehen lassen, sondern uns hinter sie stellen", erklärte Smith. "In der Technologie-Welt stellt man sich besser immer hinter seine Leute, weil sie das wertvollste Gut im Unternehmen sind." Für Microsoft ist es eben auch lohnenswert, sich für die Beschäftigten einzusetzen, da angesichts des Mangels an guten Entwicklern ein gutes Verhältnis zu den Mitarbeitern wichtig ist.

Nationalismus ist Gift für die Tech-Branche

Das Problem besteht aktuell darin, dass die Regelungen zur Vergabe von Arbeitserlaubnissen an Ausländer verschärft werden sollen. Damit unterfüttert die Rechte ihre populistischen Wahlversprechen, die angeblich den "kleinen Leute" im Land zugute kommen sollen. Es könnte so nicht nur für ausgebildete Fachkräfte schwieriger werden, einen Job in den USA anzunehmen. Auch ausländische Studierende aus technischen Studiengängen sollen nach Abschluss ihres Studiums nicht wie bisher direkte eine Arbeit annehmen können, sie müssten sich stattdessen ebenso um ein Arbeitsvisum bewerben wie andere Nicht-US-Bürger.

Microsoft würde in einem solchen Fall allerdings die Lage des Konzernsitzes zugutekommen. Laut Smith gibt es Überlegungen, kurzfristig das Entwicklungszentrum im kanadischen Vancouver auszubauen. Dieses ist von Redmond lediglich etwas mehr als 200 Kilometer entfernt und somit wäre ein Umzug kompletter Teams mit relativ geringem Aufwand verbunden.

Siehe auch: Microsoft unterstützt Klage gegen Trumps Einwanderungsdekret
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