Jetzt auch mobil Kommentieren!

Microsoft-President: China-Streit ist Kinderkram zu Lasten der Welt

Von Christian Kahle am 12.07.2018 09:21 Uhr
8 Kommentare
Microsoft-President Brad Smith kann der immer weitergehenden Eskalation des Handelsstreits zwischen der US-Regierung und China nichts abgewinnen. In einem Interview mit dem US-Sender CNBC erläuterte er, warum die dabei debattierten Punkte insbesondere für die IT-Branche völlig an der alltäglichen Realität vorbeilaufen.

Smith bringt in dem Gespräch herüber, dass der Isolations-Kurs der US-Regierung für ein Unternehmen wie Microsoft überhaupt keinen Sinn habe, da man ohnehin auf einem globalen Markt agiere und die Entwicklungen bei aller Konkurrenz zwischen den einzelnen Firmen letztlich doch zum wesentlichen Teil durch einen weltweiten Austausch vorangetrieben werden. Insofern sieht er die Aufgabe Microsofts darin, sich nicht auf eine solche Auseinandersetzung einzulassen, sondern weiterhin auch bestmögliche Produkte für die 76 Prozent der Weltbevölkerung zu entwickeln, die weder in den USA noch in China leben.

Insbesondere sei dabei die Haltung Washingtons, nach der chinesische Unternehmen angeblich durch die Aneignung amerikanischer Technologien erstarken würden, an den Haaren herbeigezogen. Insbesondere aus Sicht eines Software-Herstellers wie Microsoft stelle sich die Realität so dar, dass die allermeisten wichtigen Technologien ohnehin als Open Source-Projekte weltweit frei verfügbar sind.

Vertrauenswürdig ist doch niemand

Die parallel dazu geführte Debatte um die damit verbundenen Fragen der nationalen Sicherheit sind aus Sicht des Microsoft-Managers ein völlig anderes Thema. Aber auch hier wirke die Diskussion aus globaler Perspektive nicht besonders schlau. In Washington sage man, so Smith, man könne chinesischen Produkten nicht vertrauen. Und in China misstraut man wiederum IT-Systemen, die aus den USA stammen. "Der Rest der Welt sieht sich das an und denkt sich: Ihr habt beide Recht", so Smith.

Die Aufgabe an die IT-Wirtschaft der USA kann für Smith auch mit einer Analogie auf den Sport beschrieben werden: Wenn man im Weltmaßstab der erste sein will, müsse man jeden Tag an sich arbeiten und immer besser werden. Niemand käme hier ernsthaft auf die Idee, zu gewinnen, indem man die anderen von der Teilnahme am Wettkampf ausschließt.

Siehe auch:
whatsapp
Jede Woche neu: Top-News per E-Mail
8 Kommentare lesen & antworten
Verwandte Themen
Microsoft Corporation
Hoch © 2000 - 2018 WinFuture Impressum Datenschutz