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Erst ausbluten lassen, dann kopieren: Amazon verschickt bald Kataloge

Von Roland Quandt am 04.07.2018 21:00 Uhr
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Amazon ist zwar der größte Online-Händler der Welt, bedient sich aber zur Steigerung seiner Umsätze aber gerne mal beim traditionellen Geschäft oder Kaufhaus um die Ecke. Jetzt adaptiert man eine Taktik, die bei klassischen Einzelhändlern schon seit Jahrzehnten funktioniert: Amazon verschickt Kataloge.

Wie der US-Wirtschaftdienst Bloomberg unter Berufung auf unternehmensnahe Quellen berichtet, will Amazon rechtzeitig vor Weihnachten in den USA erstmals einen Katalog herausgeben. Dieser soll vor allem Spielzeug enthalten. Amazon will den Katalog laut dem Bericht an Millionen amerikanische Haushalte verschicken. Zusätzlich wird er in den Filialen des Lebensmittelhändlers Whole Foods ausgelegt, die Amazon im Jahr 2017 aufkaufte.

Toys 'R' Us ging an Amazon zu Grunde - jetzt kopiert Amazon Toys 'R' Us

Amazon orientiert sich bei seinem Spielzeugkatalog offenbar an dem vom inzwischen pleite gegangenen Spielzeugspezialisten Toys "R" Us, der in jedem Jahr im Herbst für die Zeit vor Weihnachten das sogenannte "Big Book" veröffentlichte. Dabei handelte es sich um einen mehr als 100 Seiten starken Katalog, welcher eine Vielzahl von Produkten diverser Hersteller zeigte und von Familien häufig zur Auswahl der Weihnachtsgeschenke diente.

Nachdem Toys "R" Us pleite ging, versucht Amazon mit seinem Katalog wie viele andere Händler vom Tod des US-Konzerns zu profitieren. Das Unternehmen bietet zu Weihnachten schon seit Jahren eine eigene Liste von Angeboten zu besonders beliebten Spielzeug-Produkten an - eine Taktik, die man ebenfalls von diversen anderen, klassischen Händlern adaptiert hat.

Offen ist, wie die Kunden auf Amazons neue Strategie reagieren werden. Ein Vorteil der oft recht großen Geschäfte von Toys "R" Us lag unter anderem darin, dass die Kunden die Produkte dort selbst vor Ort in Augenschein nehmen konnten, bevor sie sich für einen Kauf entschieden. Amazon soll nach dem Ende der Geschäftstätigkeit des Offline-Konkurrenten auch überlegt haben, einige der Standorte des Spielzeughändlers zu übernehmen.
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