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Elektroauto laden beim Fahren: Leitfähiger Graphen-Beton vorgestellt

Von John Woll am 27.06.2018 18:30 Uhr
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Ein australisches Unternehmen hat einen neuartigen Beton entwickelt, der mithilfe von Graphen leitfähig gemacht wird. Die Entwickler sehen für das neue Material gleich mehrere Vorteile und beschreiben Konzepte, wie Straßen Elektroautos induktiv laden und sich selbst von Schnee und Eis befreien könnten.

Normaler Beton soll mit Zukunftswerkstoff Graphen noch besser werden

Aktuell werden rund um den Globus Ladenetzwerke für Elektroautos aufgebaut. Bisher setzten alle Modelle dabei auf Steckanschlüsse, die den Strom in die Batterien der Fahrzeuge befördern. Das australische Unternehmen Talga Resources hat jetzt elektrisch leitfähigen Beton vorgestellt, der hier neue Ansätze zur Ladung von Elektroautos möglich machen soll und darüber hinaus noch weitere Vorteile bietet.

Talga Graphen-Beton

Wie Talga mitteilt, wird der Beton mit Graphen versetzt - der einlagige Kohlenstoff bringt sehr gute elektrische Leitfähigkeit mit. Im richtigen Mischverhältnis kann der eigentlich isolierende Beton so zu einem Leiter gemacht werden. "Erste Tests zeigen, dass der mit Graphen verbesserte Beton eine so hohe Leitfähigkeit aufweist, dass er als Heizelement bei einem Elektroherd wirken könnte", so die Forscher in der offiziellen Mitteilung.

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, will man jetzt in weiteren Tests ermitteln, wie der Beton dazu genutzt werden könnte, Fahrzeuge mit Elektroantrieb beim Fahren oder Parken induktiv zu laden. Talga gibt an, bereits mit ersten Partnern und Kunden an entsprechenden Lösungen zu arbeiten. Das australische Unternehmen hat das neue Material in Zusammenarbeit mit dem deutschen Baustoffkonzern Heidelberg Cement entwickelt und getestet.

Auch als Straßenheizung geeignet

Als weiteren Vorteil sieht Talga die gute Wärmeleitfähigkeit, die der Graphen-Beton aufweist. Dies würde den einfachen Einsatz in Gebäuden und sogar auf Straßen als beheizbarer Baustoff möglich machen. Zu guter Letzt soll der Beton durch die Durchmischung mit Graphen noch stabiler werden, bei der Herstellung soll so die Hälfte der heute genutzten Menge an Zement ausreichen, um Beton mit derselben Stärke zu erhalten.
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