Xiaomi gesteht Umweltsünden bei Zulieferern ein: Billig um jeden Preis?

Von Roland Quandt am 26.06.2018 14:32 Uhr
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Der chinesische Smartphonehersteller Xiaomi hat eingestanden, dass es bei einigen Zulieferern zu massiven Verstößen gegen Umweltschutzauflagen gekommen ist. Gleichzeitig bestand das Unternehmen darauf, dass man die Probleme inzwischen im Griff habe, doch Umweltschützer sehen dies noch immer anders.

Wie das Blog TechNode berichtet, hat Xiaomi in Dokumenten, die man bei der chinesischen Börsenaufsicht im Rahmen der Vorbereitungen für den geplanten Börsengang eingereicht hat, bestätigt, dass bei einigen Zulieferern Umweltschutzprobleme bestanden haben. Demnach hätten "einige aktuelle Zulieferer gegen Bestimmungen zum Umweltschutz verstoßen", was aber keinen großen Einfluss auf den Betrieb des Unternehmens gehabt habe.

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Zum Zeitpunkt der Einreichung der Dokumente hätten die Zulieferer allerdings ihr Vorgehen so verändert, dass man die Umweltschutzvorgaben inzwischen einhalte. Dem widersprachen allerdings zuletzt unter anderem das Public Environment Concern Center (PECC) und einige andere Umweltschutzorganisationen, laut denen die Probleme weiter bestehen.

Den Umweltschützern zufolge hat der Xiaomi-Zulieferer Ichia Technology, der auf flexible Platinen und ähnliche Produkte spezialisiert ist, an einem Standort in der Stadt Suzhou mehrfach belastetes Abwasser in Gewässer in der Umgebung geleitet. Dabei wurde ein verstecktes Rohr verwendet. Letztlich habe man dadurch das Wasser in der Umgebung verseucht. Messungen ergaben, dass die Belastung mit Kupfer um 195 Mal höher lag als die behördlichen Richtlinien zulassen. Der pH-Wert sei mit 2,64 außerdem sehr niedrig gewesen, was auf die Ableitung von Säuren hindeutet.

Neben Ichia sollen auch einige andere Xiaomi-partner gegen Umweltschutzauflagen verstoßen haben, darunter Anbieter von Display-Panels und Hersteller von Gehäuseteilen. Xiaomi erklärte in einer Stellungnahme gegenüber der China Securities Regulatory Commission lediglich, dass einige Zulieferer entsprechende Verstöße begangen hätten, inzwischen aber ihr Verhalten geändert haben sollen.
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