Sanktionen: ZTE kann nicht mal mehr Mitarbeiter-Toiletten reparieren

Von Christian Kahle am 25.06.2018 14:37 Uhr
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Die US-Handelssanktionen gegen den chinesischen Konzern ZTE führen bei diesem zu teils recht kuriosen Problemen. Damit dem Unternehmen nicht während der Verhandlungen gleich noch weitere Verfehlungen vorgeworfen werden können, müssen die Mitarbeiter nun sogar damit leben, dass in einigen Büros defekte Toiletten nicht mehr repariert werden.

Laut einem Bericht der South China Morning Post wurden beispielsweise in einer Niederlassung des Unternehmens in Shenzhen Sanitär-Systeme verbaut, die vom Hersteller American Standard aus dem US-Bundesstaat New Jersey produziert wurden. Der Zeitung liegen Aufnahmen von Hinweis-Zetteln über einem defekten Urinal vor, nach dem aktuell keine Reparatur möglich ist, da die benötigten Teile dem US-Exportbann gegen den Konzern unterliegen.

"Uns ist nicht gestattet, Komponenten oder Zubehör aus den USA zu erwerben", erklärte eine Quelle im Unternehmen gegenüber der Morning Post. Auf der Notiz wird den Beschäftigten allerdings zugesichert, dass die Toilette repariert wird, sobald die Sanktionen aus der Welt geschafft werden konnten.

Sanktionen dauern an

Doch das kann im Zweifelsfall noch dauern. Denn die Handelssperre gegen ZTE, laut der US-Unternehmen nichts an das Unternehmen verkaufen dürfen, gilt eigentlich für einen Zeitraum von sieben Jahren. Weil dies mit hoher Wahrscheinlichkeit das Aus für den Telekommunikations-Ausrüster bedeuten würde, hofft man auf eine andere Einigung in den aktuell laufenden Verhandlungen. Denn ohne Prozessoren von Qualcomm und Googles Android-Plattform wäre beispielsweise das Smartphone-Geschäft am Ende.

Ausgelöst wurde die Sache durch einen wiederholten Verstoß ZTEs gegen Sanktionen, die seitens der US-Regierung gegen den Iran verhängt wurden. ZTE hatte beispielsweise Chips bei US-Produzenten erworben, diese in eigene Geräte eingebaut und die Produkte dann unter anderem eben auch in den Iran verkauft.

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