Auch nach 20 Jahren Recycling-Pflicht: Jede 2. Batterie landet im Müll

Von John Woll am 20.06.2018 18:15 Uhr
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Seit 1998 gilt in Deutschland eine Batterieverordnung, die eine umwelt­freundliche Entsorgung von Batterien vorschreibt. Mit einer Recycling­quote von 47 Prozent der verkauften Batterien kann man europäische Richtwerte einhalten, das Umweltbundesamt sieht aber auf jeden Fall bei Verbrauchern noch "Luft nach oben" beim Batterierecycling.

Mit Sammelboxen wird es Verbrauchern eigentlich recht leicht gemacht, verbrauchte Batterien umweltschonend zu entsorgen. Bundesweit stehen in Supermärkten, Baumärkten und anderen Verkaufsstellen insgesamt 180.000 solcher Batterie-Sammelstellen bereit. Neben der von den Herstellern eingerichteten Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS), deren grüne Sammelbehälter vor 20 Jahren das erste Mal aufgestellt wurden, sorgen in Deutschland drei weitere Dienstleister für die ordnungsgemäße Entsorgung.

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Wie dem Bericht von heise zu entnehmen ist, kann man rund zwei Jahrzehnte nach dem Start der offiziellen Recycling-Verordnung für Batterien vermelden, dass hierzulande Verbraucher knapp 47 Prozent der verkauften Gerätebatterien in einer solchen Box entsorgen. Europaweit ist hier eine Mindestquote von 45 Prozent vorgeschrieben, für deren Einhaltung die Hersteller sorgen müssen - in dieser Hinsicht erfüllen die Batterie-Hersteller hierzulande ihre Entsorgungspflicht also wie vorgeschrieben.

Falk Petrikowski vom Umweltbundesamt sieht in dem knappen Erreichen der EU-Grenzwerte aber keinen Grund zur Freude: "Wir sind nicht zufrieden", so Petrikowski. Das läge vor allem daran, dass sich die Quote in den letzten zehn Jahren kaum verändert habe, obwohl auch Verbraucher gesetzlich dazu verpflichtet sind, ihre alten Batterien ordnungsgemäß zu entsorgen.

Es wird nicht mehr

Klare Gründe für diese fast unveränderten Werte kann das Umweltbundesamt aber nicht unmittelbar erkennen. "Eine richtige Erklärung habe ich dafür auch nicht", so Petrikowski. "Die Hemmschwelle ist relativ gering, eine kleine Knopfzelle in den Restmüll zu werfen", macht Petrikowski einen der Gründe aus. Darüber hinaus sei es wichtig, Verbrauchern mit Migrationshintergrund die Problematik klar zu machen, was im Umweltbundesamt zu der aktuellen Überlegung führt, das entsprechende Infomaterial in Zukunft auch noch in anderen Sprachen außer Deutsch zur Verfügung zu stellen.
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