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Interne Unterlagen: Apple wusste von Instabilität des iPhone 6

Von Christian Kahle am 25.05.2018 10:30 Uhr
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Entgegen allen bisherigen Behauptungen war man sich beim Computer­konzern Apple offenbar sehr wohl darüber im Klaren, dass das iPhone 6 mit Konstruktions-Schwächen in den Verkauf geschickt wurde. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die nun im Zuge eines Gerichtsprozesses gegen das Unternehmen öffentlich wurden.

In dem Verfahren geht es um Schadensersatz, den tausende Verbraucher aufgrund der so genannten "Touch-Krankheit" vom Hersteller einfordern. Durch das Problem wurden nach einiger Zeit schlicht keine Touch-Eingaben auf dem Display mehr erkannt. Unter unabhängigen Fachleuten, die sich die die Geräte daraufhin ansahen, kam man schon damals zu dem Schluss, dass sich die Mobiltelefone selbst bei normalem Gebrauch immer wieder geringfügig verbogen.

Apple wusste durchaus darüber bescheid, dass das neue Design der Geräte nicht gerade besonders stabil ist, so ein Bericht des US-Magazins Motherboard. Und das zeigte sich nicht nur beim so genannten Bendgate, bei dem Nutzer bemängelten, dass die Smartphones nicht sonderlich widerstandsfähig sind. So verbogen sich iPhones sichtlich, wenn sie in der Tasche einer engen Hose mitgeführt wurden und der Besitzer sich hinsetzte.


Tests zeigten schon Probleme

Die Touch-Krankheit wurde hingegen von kleineren Biegungen hervorgerufen, die immer wieder beim normalen Gebrauch entstehen, wenn Druck auf ein Smartphone ausgeübt wird. Und die 6er-Serie des iPhones war besonders anfällig für diese. Wie interne Unterlagen, die die Kläger nun bei Gericht vorlegten, zeigen, kamen auch die internen Tests bei Apple zu dem Ergebnis, dass es beim iPhone 6 um 3,3 mal wahrscheinlicher ist, dass es zu Verbiegungen kommt, als beim Vorgänger iPhone 5S. Die Anfälligkeit stieg beim größeren iPhone 6 Plus sogar auf das 7,2-fache.

Apple hatte in den öffentlichen Verlautbarungen zu dem Thema hingegen erklärt, dass die betroffenen Geräte einem starken Stress ausgesetzt gewesen sein müssen - beispielsweise, indem sie mehrfach auf eine harte Oberfläche fallengelassen wurden. Das hatte das Unternehmen so auch in der Gerichtsverhandlung behauptet. Offenbar war den Anwälten hier unbekannt, dass die Gegenseite an interne Unterlagen gekommen ist.
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