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Senf dazu: OMG, in Battlefield 5 kämpfen Frauen im Zweiten Weltkrieg

Von Witold Pryjda am 24.05.2018 13:29 Uhr
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Electronic Arts und der schwedische Entwickler Dice haben gestern Abend den neuesten Teil ihrer Shooter-Reihe Battlefield vorgestellt. Teil 5 spielt wieder einmal vor der Kulisse des Zweiten Weltkriegs. Das ist soweit Standard, denn bereits Call of Duty ist im Vorjahr zu diesem Szenario zurückgekehrt. Dennoch löst die Vorstellung von Battlefield 5 viele Diskussionen aus.

Battlefield 5

"Historische Genauigkeit" - Das ist immer wieder das Totschlagargument, wenn es darum geht, ein bestimmtes Element in Spielen zu kritisieren. Meist geht es dabei um Minderheiten, Religionen, Hautfarben und Frauen. Letztere sorgen gerade auf sozialen Plattformen wie Twitter oder Reddit für wilde Proteste und regelrechte Empörung.

Grund ist der Enthüllungstrailer zu Battlefield 5. Dort sieht man u. a. eine Frau gegen Nazis kämpfen, EA wagt es auch noch, die Dame zu einem der Aushängeschilder des Artworks zu Teil 5 zu machen. Dazu kommt auch noch ein dunkelhäutiger Kämpfer. Und das reicht, um die wie immer unterdrückte weiße und männliche Minderheit auf diesem Planeten zur Weißglut zu bringen.

Historische Genauigkeit!

Das Argument: historische Genauigkeit! Doch das reicht für viele bereits, um einen Skandal zu konstruieren. Weil: historische Genauigkeit!!elf!11! Dabei spielt es kaum eine Rolle, dass es sehr wohl Frauen an den Waffen gegeben hat (klar, die meisten Frauen waren unterstützend tätig), darunter im Widerstand und vor allem auf sowjetischer Seite.

Battlefield 5 mit erstem Trailer angekündigt, kommt ohne Season Pass
Mit historischer Genauigkeit zu argumentieren ist auch deshalb besonders niedlich, weil wir hier von einem Spiel sprechen, in dem es um knallbunte und schnelle Action geht, die praktisch gar nichts mit der Realität des Zweiten Weltkriegs bzw. des Krieges generell zu tun hat. Ganz zu schweigen vom Umstand, dass es nur selten Infanteriesoldaten gegeben hat, die fröhlich in einen Panzer oder einen Jäger springen können, um damit auf Feindesjagd zu gehen.

Krieg als Unterhaltung

Und das ist auch völlig ok so, Battlefield und Co. sollen vor allem Spaß machen und wollen uns unterhalten. Historische Genauigkeit kann nämlich ziemlich langweilig sein. Vielleicht sollte sich einige der "OMG, eine Frau!"-Fraktion generell fragen, ob die Glorifizierung des Krieges bei einer Zahl von mehr als 60 Millionen Kriegstoten nicht der eigentliche Skandal ist. Aber das nur als Gedankenspiel, denn wir wollen hier Shooter wie Battlefield keinesfalls grundsätzlich an den Pranger stellen.

Und schließlich: Auf Kotaku hat ein Leser ein schönes Bild zur "historischen Genauigkeit" des Vorgängers Battlefield 1 gepostet, dieses sollte eigentlich alle Fragen beantworten:

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