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Auch Microsoft hat eine KI, die selbstständig telefonieren kann

Von Witold Pryjda am 23.05.2018 11:27 Uhr
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Google hat vor kurzem auf seiner Entwicklerkonferenz I/O eine Funktion namens Duplex gezeigt. Dabei ist die Google Assistant genannte KI in der Lage, selbstständig im Auftrag des Nutzers Telefongespräche durchzuführen. Doch Google ist nicht das einzige Unternehmen, das eine derartige Technologie entwickelt, auch Microsoft ist hier aktiv.

Bei der auf der Google I/O vorgestellten Technologie hat das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View zwar wahrscheinlich etwas nachgeholfen, um nicht zu sagen geschwindelt, das grundsätzliche Prinzip ist aber dennoch gut zu sehen gewesen. So kann die KI für den Nutzer einen Friseurtermin ausmachen oder in einem Restaurant einen Tisch reservieren.

Inzwischen ist klar: Nicht nur Google ist diesbezüglich aktiv, auch Microsoft arbeitet an einer Künstlichen Intelligenz, die eigenständig mit Menschen telefonieren kann. Der Name der KI wird Microsoft-Kennern bekannt vorkommen, Xiaoice (in etwa "Schao-Eis" ausgesprochen) ist ein Projekt der Redmonder, das man seit bereits längerem in China entwickelt.



Die KI hat in China bereits 500 Millionen Freunde und 16 Kanäle, über die die Nutzer mit diesem Bot interagieren können. Wie The Verge berichtet, ist es Microsoft gelungen, zahlreiche Anwender davon zu überzeugen, dass Xiaoice ein Freund und sogar echter Mensch ist. "Xiaoice hat ihre eigene TV-Sendung, sie schreibt Gedichte und macht viele interessante Dinge", erläuterte Microsoft-Chef Satya Nadella vor kurzem.

Google Assistant nimmt User das Telefonieren ab - und ruft selbst an

Bisher Text, nun auch Sprache

Bisher hat Xiaoice vor allem in Textnachrichten mit den Nutzern kommuniziert, doch seit kurzem können Chinesen mit der KI-Dame auch telefonieren. Das ist zwar nicht das ganz Gleiche, was Google macht, im Kern geht es aber um dasselbe, nämlich die Sprach-Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Auch hier geht es um "Full Duplex"-Konversationen. Das ist ein Fachbegriff, den auch Google verwendet (und kein Markenname der Kalifornier), damit wird ein Gespräch beschrieben, bei dem beide Teilnehmer gleichzeitig sprechen können.

Es ist natürlich schwer, die Qualität der chinesischen Demo einzuschätzen, laut The Verge-Reporterin Angela Chen, die fließend Mandarin spricht, klingt die Stimme aber "wirklich gut". Insgesamt sei die Demo beeindruckend, so das Technik-Blog, der Microsoft-Bot kann auch ziemlich zielsicher voraussagen, was die Person als nächstes sagen wird.
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