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Hack bei YouTube: Meist geklicktes Video nicht mehr verfügbar (Update)

Von Roland Quandt am 11.04.2018 14:32 Uhr
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Im Lauf der Nacht wurden offenbar einige besonders populäre Musikvideos bei Googles Videoplattform YouTube "gehackt". Auf bisher unklare Art und Weise gelang es Angreifern, die Teaser-Bilder und Titel bestimmter Videos zu verändern. Das meistgeklickte Video überhaupt verschwand sogar ganz von der Plattform.

Man versuchte auf diesem Weg auch politische Botschaften zu verbreiten. Wie unter anderem die BBC berichtet, waren diverse Videos betroffen, die von dem Musikvermarkter Vevo hochgeladen wurden. Unter anderem waren Titel der Künstler Luis Fonsi, Shakira, Selena Gomez, Drake und Taylor Swift betroffen.

YouTube-Hack 10. April 2018

Im Fall des Titels "Despacito" von Luis Fonsi und Daddy Yankee, dem bisher meistgeklickten YouTube-Video überhaupt, führte der Hack sogar dazu, dass das Stück gar nicht mehr auf YouTube zu finden ist. Die Angreifer hatten zuvor offenbar die Titelbilder der betroffenen Clips durch ein eigenes Bild ersetzt, das eine Gruppe von maskierten Personen zeigt, die mit Waffen auf den Betrachter zielen.

Die Angreifer nennen sich "Prosox" und "Kuroi'sh" und hatten ihre Namen auch in den Videotiteln hinterlassen. Zudem war in den Videobeschreibungen vielerorts "Free Palestine" zu lesen. Die noch verfügbaren Videos der anderen Künstler blieben zwar selbst unverändert, die Titelbilder und Beschreibungen wurden aber verändert. Über Twitter ließen die Angreifer verlauten, dass man sich nur einen Scherz erlaubt und ein simples Script verwendet habe.

Aktuell ist unklar, ob der Angriff tatsächlich durch ein simples Script möglich war oder ob die "Hacker" sich zuvor unberechtigten Zugang zu dem Nutzerprofil von Vevo verschafft hatten. Google und YouTube haben sich bisher noch nicht zu dem Problem geäußert. Das Video zu "Despacito" wurde bisher mehr als fünf Milliarden Mal angeklickt.

Update: Mittlerweile haben sich sowohl Googles YouTube als auch Vevo zu dem Fall geäußert. In einer Mitteilung an die Presse hieß es, dass man "ungewöhnliche Upload-Aktivitäten" bei einer Reihe von Vevo-Kanälen bemerkt habe und gemeinsam mit den Partnern schnell reagierte, um den Zugang zu unterbinden und das Problem zu untersuchen. Offenbar lag die Ursache des Angriffs also bei Vevo und nicht bei YouTube selbst.

Vevo bestätigte seinerseits, dass eine Reihe von Videos aus seinem Portfolio von einem Sicherheitsproblem betroffen waren, das mittlerweile wieder unter Kontrolle gebracht wurde. Alle betroffenen Videos werden nun wiederhergestellt und das Angebot sollte wieder in vollem Umfang verfügbar sein. Das Unternehmen will die Ursachen nun weiter erforschen.
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