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Smartphone-Zulieferer der Drogen-Kartelle wurde in Kanada verhaftet

Von Christian Kahle am 12.03.2018 13:44 Uhr
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Im Rahmen einer gemeinsamen Operation der Polizeien mehrerer Länder will man jetzt eine Firma zerschlagen, die gewissermaßen in einer Grauzone aktiv war: Das Unternehmen Phantom Secure hat Smartphones modifiziert und verkauft, mit denen Drogenhändler eine sichere Kommunikations-Möglichkeit erhielten.

Man darf gespannt sein, mit welchen Vorwürfen man den Chef des Unternehmens konkret vor Gericht stellen will. Dieser wurde jetzt zumindest durch die kanadischen Behörden festgenommen. Die Polizei der Nordamerikaner arbeitetet dabei mit der US-Bundespolizei FBI und den Behörden einiger anderer Länder zusammen. Nach allem, was bisher bekannt ist, dürfte es auf irgendetwas mit Beihilfe hinauslaufen.

Medizinische Wirkung von Drogen

Die eigentliche Arbeit Phantom Secures ist im Grunde nicht sonderlich illegal. Seitens der Firma wurden Smartphones auf Sicherheit getrimmt, berichtete das US-Magazin Motherboard. Insbesondere Blackberrys, aber auch einige Android-Geräte nahm man sich hier vor. Aus diesen wurden beispielsweise Kameras und manchmal auch Mikrofone ausgebaut, damit die Systeme nicht durch Trojaner zu Wanzen umfunktioniert werden konnten. Und auch die Betriebssysteme modifizierte die Firma, so dass sich nur noch PGP-verschlüsselte Kommunikationswege nutzen ließen, die quasi nicht abhörbar waren.

Auch Service gab es

Im Gegensatz zu anderen Anbietern von Kryptophones verstand sich Phantom Secure dabei explizit als Ausstatter der kriminellen Szene. Als Undercover-Ermittler sich als Dealer ausgaben und nachfragten, ob sich die Geräte dazu eignen, ihre Kommunikation vor Strafverfolgern zu schützen, teilte ihnen der Firmenchef klar mit, dass sie genau dafür gemacht seien. Und es werden auch nicht nur Geräte verkauft, sondern auch Dienste wie die Fernlöschung bei Beschlagnahmung angeboten.

Und entsprechend wurde das Unternehmen überhaupt auch erst zum Gegenstand von Ermittlungen: Immer wieder fanden sich Phantom Secure-Systeme unter den Objekten, die bei Drogenrazzien beschlagnahmt wurden. Zu den Kunden soll auch das mexikanische Sinaloa-Kartell gehören, das zeitweise als mächtigste Organisation im weltweiten Drogenhandel betrachtet wurde. Der Umsatz der Firma wird auf einen zweistelligen Millionenbetrag im Jahr geschätzt.
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