Murmeltiertag? - Deutsche O2/Telefonica wird vielleicht wieder verkauft

Von Christian Kahle am 09.03.2018 13:00 Uhr
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Um den Mobilfunkbetreiber, den die meisten Verbraucher weiterhin als O2 kennen, kehrt einfach keine Ruhe ein. Jetzt scheint es darauf hinauszulaufen, dass der aktuelle Mutterkonzern, die spanische Telefonica, sich wieder zurückzieht und das Unternehmen an einen anderen Investor verkauft.

Der deutsche Netzbetreiber kam vor einigen Jahren in den Besitz der Spanier, als diese die britische Mutter übernahmen. Es folgte dann der Zusammenschluss mit dem Konkurrenten E-Plus, dessen Integration gerade halbwegs abgeschlossen ist. Das Problem besteht darin, dass der deutsche Konzern trotzdem oder gerade deshalb nicht die Bilanzen liefert, die die Aktionäre des spanischen Unternehmens gern sehen würden.

Laut einem Bericht der WirtschaftsWoche soll der aktuelle Chef der Telefonica Deutschland, Markus Haas, seit der letzten Bilanzpressekonferenz vor gut zwei Wochen im Grunde nur noch unterwegs sein, um sein Unternehmen möglichst gut darzustellen - erst weilte er demnach in London, dann beim Mobile World Congress in Barcelona. Dabei dürfte es vor allem um die Frage gegangen sein, wie die Zukunft des Unternehmens aussieht.

Sparen bei maximaler Leistung

Denn besonders viel Spielraum zur Gestaltung bleibt den Deutschen nicht. Auf der einen Seite ist immerhin die große Aufgabe des Zusammenschlusses zweier Infrastrukturen, der Firmen und Kundenstämme zu absolvieren. Auf der anderen Seite soll das unter einem enormen Druck des Mutterkonzerns passieren, der seiner Tochter einen harten Sparkurs verordnet. Gut möglich, dass ein Verkauf hier sogar etwas Entspannung bringen könnte.

Allerdings ist das eine trügerische Hoffnung - insbesondere wenn sich Spekulationen bewahrheiten, dass die Anteile der Telefonica an Finanzinvestoren veräußert werden könnten. Denn diese sind in aller Regel daran interessiert, schnellstmöglich große Renditen aus dem Projekt zu holen. Ein Verkauf an einen anderen ausländischen Telekommunikationskonzern, der gern auf dem deutschen Markt aktiv werden würde, böte da vermutlich mehr Gestaltungs-Spielraum.

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