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Chrome für Windows: Google nimmt Abschied vom Microsoft-Compiler

Von Christian Kahle am 07.03.2018 13:34 Uhr
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Das Entwickler-Team des Chrome-Browsers verabschiedet sich bei der Windows-Version ihrer Software von dem Compiler, den Microsoft selbst für seine Plattform bereitstellt. Obwohl dieser zu den besten Werkzeugen in seinem Bereich gehört, hat man sich bei Google jetzt für eine Alternative entschieden.

Um den Code der Chrome-Entwickler zu übersetzen, kommt zukünftig der Open Source-Compiler Clang zum Einsatz. Dieser hat seinen Ursprung im LLVM-Projekt und wird auf anderen Plattformen bereits vielfältig genutzt. Chrome ist allerdings das erste wirklich große Software-Projekt, das auch unter Windows auf diesen Compiler setzt

Der Wechsel bedeutet allerdings nicht zwingend, dass der bisher genutzte C++-Compiler von Microsoft hinsichtlich der Qualität seinen Meister gefunden hätte. Vielmehr ist Clang nach Einschätzung der Google-Entwickler inzwischen ausreichend gut, um mit diesem mithalten zu können und bietet einen ziemlich entscheidenden anderen Vorteil: Er kommt seit einiger Zeit auch schon zum Einsatz, wenn der Chrome-Code für MacOS oder Linux übersetzt werden muss. Die Entwickler brauchen so nun nur noch ein Einstellungs-Set verwalten.

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Ein langer Weg

Schon im Jahr 2013 war bei Google eigentlich die Entscheidung gefallen, zukünftig bei allen Plattformen auf Clang zu setzen. Allerdings bestand hier noch das Problem, dass der Compiler hinsichtlich seines Windows-Supports längst nicht auf dem besten Stand war. So konnte Clang unter anderem keine PDB-Daten produzieren, die unter Windows eigentlich der Standard sind, wenn es darum geht, mit Debugging-Tools auf die Ergebnisse der bisherigen Entwicklung loszugehen.

Daher bedurfte es erst einmal des Einsatzes von Google selbst. Das Unternehmen stellte ein eigenes Entwickler-Team zusammen, das den Compiler mit den fehlenden Komponenten für einen ordentlichen Windows-Support ausstattete. Diese Arbeit ist noch längst nicht erledigt. Beim Linker und der C++-Library greifen die Chrome-Entwickler erst einmal weiterhin auf die Microsoft-Tools zurück. Auch das soll sich in Zukunft aber ändern.

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