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Apple: So verdient man an weniger iPhones noch sehr viel mehr

Von Christian Kahle am 02.02.2018 08:00 Uhr
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Die zahlreichen Unkenrufe über ein mangelndes Interesse an der neuesten iPhone-Generation haben diesmal zumindest einen wahren Kern. Apple konnte die Zahl der verkauften Smartphones erstmals seit langer Zeit in einem Jahresabschluss-Quartal nicht weiter nach oben treiben. In Cupertino dürfte Panik aber trotzdem das am wenigsten verbreitete Gefühl sein.

Wie aus den aktuellen Bilanzen, die das Unternehmen gestern nach Börsenschluss vorlegte, hervorgeht, hat man trotz des Umbruchs in der Produktlinie und den höheren Preisen immerhin 77,3 Millionen iPhones verkauft. Das ist 1 Prozent weniger als im vorhergehenden Jahr. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gerät ging dabei ordentlich nach oben, die Nutzer greifen also recht häufig und gern auf die teureren Modelle zurück - was Apple entsprechend auch herzlich wenig unter Druck setzt, preiswertere Einsteigermodelle auf den Markt zu bringen. Wohl auch infolge des iPhone X gab jeder iPhone-Käufer im vierten Quartal 796 Dollar aus.

Apple: Durchschnittspreis von iPhones

Beim Rückgang der Verkaufszahlen wird man auch berücksichtigen müssen, dass die gesamte Branche nicht gerade glänzend dasteht. Laut den Marktforschern von Strategy Analytics konnte die Industrie im vierten Quartal des letzten Jahres ohnehin "nur" 400 Millionen Geräte absetzen, was einem Rückgang um 9 Prozent im Jahresvergleich entspricht und den härtesten Einschnitt in der Geschichte der noch relativ jungen Smartphone-Branche darstellt.

iPhone X: Es hat schon Erfolg gebracht
Die leicht rückläufigen iPhone-Absätze hinderten Apple auch nicht daran, einmal mehr Rekordergebnisse bei den Finanzen vorzulegen. Der Umsatz des Konzerns ist im Jahresvergleich noch einmal kräftig geklettert: Nach 78,35 Milliarden Dollar schlugen hier nun 88,29 Milliarden Dollar zu Buche. Daraus resultierte ein Wachstum des Nettogewinns von 17,89 Milliarden auf 20,07 Milliarden Dollar.

1,3 Mrd. aktive Geräte

Das anhaltende Wachstum ist teils auch darauf zurückzuführen, dass die starken Verkaufszahlen der letzten Jahre sich jetzt in hohen Umsätzen auf der iOS-Plattform niederschlagen - denn an die iPhone-Besitzer werden letztlich auch Software, Inhalte und Dienste verkauft. Die binnen zwei Jahren um rund 30 Prozent auf 1,3 Milliarden Geräte gewachsene aktive Installationsbasis sorgte mit dafür, dass allein mit iPhones ein Umsatz von 61,58 Milliarden Dollar erzielt wird - das sind 13 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Gewachsen sind auch die Verkaufszahlen des iPads, wenn auch auf wesentlich geringerem Niveau. Hier dürfte es mit auf das iPad Pro zurückzuführen sein, dass die Absatzzahlen leicht um 1 Prozent auf 13,17 Millionen Stück kletterten. Bei den Macs hingegen ging es um 5 Prozent auf 5,1 Millionen Stück nach unten - hier fehlen zuletzt einfach die lohnenswerten neuen Produkte.
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