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Fehlende Glasfaser: Helmut Kohl ist schuld an unserer Misere

Von Christian Kahle am 04.01.2018 13:54 Uhr
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Der kürzlich verstorbene Altkanzler Helmut Kohl war nicht nur einer der Architekten der deutschen und europäischen Einheit sowie führender Kopf eines korrupten System - er ist wohl auch Schuld daran, dass wir alle nicht schon längst mit schnellen Glasfaser-Anbindungen am Internet hängen.

Mit dem Glasfaser-Turbo durchs Internet

Planungen für den Aufbau eines bundesweiten Glasfasernetzes gab es bereits zum Beginn der 1980er Jahre. Und nicht einmal nur das. Wie die Wirtschaftswoche heute berichtete, hatte die sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt sogar schon einen entsprechenden Beschluss gefasst. Am 8. April 1981 legte das damalige Kabinett fest, dass die damals noch staatseigene Bundespost entsprechende Infrastruktur-Maßnahmen vornehmen soll.

"Sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen, wird die Deutsche Bundespost aufgrund eines langfristigen Investitions- und Finanzierungsplanes den zügigen Aufbau eines integrierten Breitbandglasfasernetzes vornehmen", heißt es in dem Protokoll der Sitzung, das lange unbekannt blieb, nun aber über das Bundesarchiv öffentlich gemacht wurde. 1985 sollte es losgehen und binnen 30 Jahren wollte man das ganze Land (damals noch beschränkt auf die westliche BRD) mit Glasfasern durchziehen. Pro Jahr waren hierfür Investitionen von 3 Milliarden D-Mark veranschlagt.

Regierungswechsel stoppte Vorhaben

1983 übernahm dann aber Helmut Kohl den Posten von Schmidt. Dieser stoppte die Planungen zu einem Glasfaser-Ausbau in der Telekommunikations-Infrastruktur. Zu seinen Prioritäten gehörten stattdessen die Privatsender und parallel dazu der Aufbau von Netzen für das Kabelfernsehen. Denn die öffentlich-rechtlich finanzierten Anstalten waren gerade der Union stets viel zu kritisch.

Das Vorhaben der Schmidt-Regierung hatte noch auf für diese Zeit ziemlich visionäre Art das Ziel im Auge, Deutschland international zum Vorreiter beim Einsatz von Glasfaser-Technologien zu machen und damit die technologische Vorherrschaft für die zukünftige Exportwirtschaft zu sichern. Auch durch die damalige Entscheidung der neuen konservativen Staatsführung wurde daraus aber nichts und das Land hat sich bis heute nicht davon erholt. Weiterhin ist Deutschland weit davon entfernt, auch nur ein wenig in die Nähe der Spitzengruppe beim Breitband-Ausbau heranzukommen.

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