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Smartphones hören einfach mit: Legaler Lauschangriff per App

Von Markus Kasanmascheff am 31.12.2017 08:51 Uhr
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In mehr als 250 Android-Spielen ist ein verstecktes Analysetool in­te­griert, welches über das Mikrofon die mit dem Smartphone ge­se­he­nen Wer­be­spots und Fernsehsendungen erfasst. Dies schreibt die New York Times unter Berufung auf eigene Recherchen und Aussagen des für die Software verantwortlichen Entwicklers.

Das Analysetool stammt laut New York Times von dem Startup Alphonso, dessen Gründer und CEO Ashish Chordia die Funktion der Software bestätigt hat. Neben zahlreichen An­droid-Spie­len soll die Software auch bei einer Reihe von iOS-Spielen zum Einsatz kom­men. Die New York Times konnte den Audio-Spion bei 250 Spielen identifizieren. Insgesamt sollen aber mehr als 1000 Apps damit ausgestattet sein.

Von der New York Times nach der App befragt, teilte Alphonso-CEO Ashish Chordia mit, das Tool würde von den Nutzern bei der Installation der Spiele aktiviert und könne auf Wunsch auch wieder ausgeschaltet werden. Die App zeichne keine menschlichen Stimmen auf und sei entsprechend der von der US-Aufsichtsbehörde FTC aufgestellten Regeln völlig legal. Die Alphonso-App würde le­dig­lich zur automatischen Erkennung von Video-Ton genutzt, so Chordia.

Kooperation mit Shazam

Mit dem inzwischen von Apple übernommenen Musikerkennungsdienst Shazam arbeitet Al­phon­so zusammen und gibt an diesen Audio-Fragmente zur automatischen Erkennung wei­ter. Das perfide an der Software ist, dass diese auch außerhalb der Spiele funktioniert. Wird das Alphonso-Tool einmal mit einem Spiel installiert, läuft es konstant im Hintergrund und überwacht dauerhaft über das Mikrofon alle Ton­sig­na­le.

Sicherheitsexperten wie John McAfee warnen schon länger vor invasiven Apps, die wie die mit Alphonso ausgestatteten Spiele oft über ihre App-Berechtigungen entlarvt werden können. Mit seiner Sicherheits-App D-Vasive kann man diese mit etwas Glück entdecken.

Invasive Apps kontrollieren: John McAfees Sicherheits-App D-VASIVE für Android
Alphonso ist nicht die einzige App, mit der Smartphone-Nutzer ungewollt ausspioniert werden. Bereits im Mai war bekannt geworden, dass viele Apps die Nutzer per Ultraschall überwachen. Forscher der Technischen Universität Braunschweig hatten bei 234 Android-Apps eine entsprechende Funktion entdeckt, die in Videotönen so genannte Ultraschall-Beacons erkennt. Dies sind von Fernsehsender im Videoton platzierte Signale, welche für das menschliche Gehör nicht hörbar sind, um die Erkennung von Werbespots zu erleichtern. Es ist davon auszugehen, dass auch bei Alphonso diese Technik zum Einsatz kommt.
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