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Warum Microsoft Googles Chrome-Installer aus dem Store geworfen hat

Von Roland Quandt am 20.12.2017 15:23 Uhr
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Microsoft hat den kurzen Gastauftritt von Googles Chrome-Browser in seinem in Windows integrierten App-Store nach wenigen Stunden beendet. Nachdem der Softwarekonzern zunächst kommentarlos durchgriff, hat man nun eine Erklärung für das Vorgehen gegen Googles Idee, nur einen kleinen Installer über den Microsoft Store anzubieten, nachgeliefert.

Gegenüber Microsoft-Spezialist Tom Warren erklärte Microsoft, dass Google mit dem Versuch, einen Installer über den Microsoft Store zu vertreiben, gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen habe. Konkret widerspreche der Installer einer Regelung, laut der Apps im Microsoft Store einen eindeutigen und individuellen Nutzen bieten müssten.

Google Chrome Installer im Windows Store

Google habe jederzeit die Möglichkeit, einen den Richtlinien des Microsoft Stores entsprechenden Browser zu bauen, der auf diesem Weg auf kompatible Systeme mit Windows 10 gelangen könne. Google müsste dafür allerdings einen speziellen Browser entwickeln, der nicht die hauseigene Rendering-Engine verwendet, weil Microsofts Store-Regeln dies so vorsehen.

Um eine Kompatibilität der Apps im Store mit Windows 10 S und dessen Beschränkung auf Store-Apps zu gewährleisten, verlangt Microsoft von allen über den Store vertriebenen Browsern, dass diese unbedingt die von dem Softwarekonzern selbst zur Verfügung gestellten Engines zur Darstellung von HTML und JavaScript nutzen müssen. Im Grunde müsste Chrome also in einer speziellen Version auf Basis der Engine des Microsoft Edge-Browsers erscheinen, um im Store gelistet werden zu dürfen.

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Anders als andere Apps dürfen Browser beim Vertrieb über den Microsoft Store nicht einfach eine als "Centennial"-App verpackte klassische Win32-Anwendung sein. Zwar dürfen im Prinzip auch Apps auf Basis der Electron-Plattform unter Verwendung der von Chrome genutzten Chromium-Engine im Store angeboten werden, doch dies gilt ausdrücklich nicht für Browser.

Dass Google nun einen speziellen Chrome-Browser auf Basis der Edge-Engine anbietet, ist zwar eher unwahrscheinlich, auf anderen Plattformen gelten aber ähnliche Regeln, an die sich Google wohl auch hält. So bietet man den Chrome-Browser auch für iOS an und nutzt dabei entsprechend der Vorgaben von Apple die Rendering-Engine des Apple-eigenen Browsers Safari.

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