Windows 10: Kommandozeile bekommt zwei mächtige Unix-Tools

Von Christian Kahle am 20.12.2017 11:15 Uhr
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In seiner Annäherung an die Open Source-Szene hat Microsoft zuletzt nicht nur eine komplette Linux-Umgebung in Windows 10 eingebaut, sondern stattet seine Eingabeaufforderung auch zunehmend direkt mit Tools aus, die Administratoren und Entwickler auf den Linux- und Unix-Kommandozeilen zu schätzen gelernt haben.

Zwei neue Werkzeuge lassen sich nun in der Insider Build 17063 ausprobieren: tar und curl. Beide werden täglich millionenfach von zahlreichen Nutzern der diversen Linux- und Unix-Plattformen eingesetzt. Jetzt wolle man sehen, wie ihre Integration in die Windows-Eingabeaufforderung auch den Nutzern der Microsoft-Plattform das alltägliche Leben erleichtere, erklärte Craig Wilhite, der als Program Manager bei Microsoft tätig ist.

Tar gehört zu den wohl bekanntesten Tools auf der Kommandozeile. Hierbei handelt es sich schlicht um ein Pack-Programm, mit dem sich schnell mal viele Dateien in ein Archiv schnüren und auch wieder auspacken lassen. Dass tar nun auch auf der Windows-Eingabeaufforderung bereitsteht, behebt das Problem, dass es auf dieser von Haus aus bisher überhaupt keine Möglichkeit gab, Archive zu erstellen oder zu öffnen. Dafür benötigt man entweder die Powershell oder zusätzlich installierte Produkte von Drittanbietern.

Windows 10: So holt man die Eingabeaufforderung auf Login-Screen

Download-Manager mit Potenzial

Bei curl (Curl URL Request Library) handelt es sich hingegen um einen einfach wirkenden, letztlich aber doch recht mächtigen Download-Manager. Dieser kann dabei Dateien nicht nur herunter- sondern auch hochladen und dabei auf eine große Bandbreite an Protokollen zurückgreifen. So funktioniert curl mit HTTP, FTP, den zugehörigen verschlüsselten Varianten und auch weniger geläufigen Protokollen wie LDAP, RTMP oder Gopher.

Dass Microsoft diese beiden Tools gemeinsam in Windows integriert, hat seinen Grund. Denn sie kommen regelmäßig zusammen zum Einsatz - da häufig gepackte Software-Pakete aus dem Netz heruntergeladen und lokal direkt entpackt werden. Komplett unbekannt dürfte das auch unter Windows niemandem sein, der häufig Admin-Aufgaben hat. Denn sowohl für tar als auch für curl gab es im Grunde von Drittentwicklern alternative Implementationen für das Microsoft-Betriebssystem. Eine direkte Integration in Windows ist natürlich die bequemere Variante.
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