Adidas wird kein Elektronik-Sternchen mehr - Digital-Sparte kommt weg

Von Christian Kahle am 19.12.2017 16:10 Uhr
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Der Aufbau einer eigenen Abteilung, die Wearables und Software entwickelt, erwies sich für den deutschen Hersteller von Sport-Produkten Adidas als nicht besonders erfolgreich. Die Firmensparte, die in den USA in Portland angesiedelt war, soll nun wohl aufgelöst werden. Das berichtete das dort erscheinende Portland Business Journal.

Allerdings soll dies nicht bedeuten, dass Adidas zukünftig die Finger von Elektronik lässt und sich lieber wieder Leder und Stoff widmet. Es dürften auch weiterhin elektronische Produkte aus dem Traditionskonzern kommen - allerdings werden diese dann nicht mehr in der Digital Sports Division entwickelt. Die dort tätigen 74 Beschäftigten sollen in andere Konzernbereiche aufgeteilt werden.

In der Sparte in Portland waren bisher Entwickler von Hardware und Software und auch Datenanalysten tätig. Diese haben in der Vergangenheit verschiedene Tracking-Systeme entwickelt, mit denen Sportler ihre Trainingseinheiten digital aufzeichnen und anschließend analysieren konnten. Die bisherigen Verlautbarungen des Unternehmens zu der Sache klingen danach, dass zukünftig eher kleinere Gruppen solcher Ingenieure direkt mit in die Entwicklung von Sportschuhen oder anderem eingebunden werden und direkt passende Elektronik dazu hervorbringen.

Misfit Ray: Kleiner Fitness-Tracker mit langer Laufzeit

Kooperationen gehen weiter

Das dürfte aber vielleicht anders aussehen als bisher. Denn es hat sich bereits angedeutet, dass Adidas es wohl kaum schaffen wird, komplett eigene Fitness-Tracker in großem Stil anzubieten. Immerhin ist der Markt für solche Wearables von diversen Herstellern komplett überlaufen. Immerhin ist die Funktionalität der Systeme nicht besonders komplex und lässt sich auch von kleineren Entwicklungsabteilungen ohne große Ressourcen leicht abbilden.

Fortgeführt werden soll allerdings erst einmal die schon laufende Zusammenarbeit mit dem Anbieter Fitbit. Dessen Produkt Ionic soll im kommenden Jahr in einer speziellen Fassung, die mit Adidas zusammen entworfen wurde, auf den Markt kommen. Nicht eingeschränkt werden soll auch die weitere Arbeit an der Runtastic-App, die Adidas vor einiger Zeit übernahm.
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