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Trump alleine? Nicht einmal Comcast will Ende der Netzneutralität

Von Markus Kasanmascheff am 18.12.2017 15:43 Uhr
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Nachdem der von US-Präsident Trump eingesetzte Chef der US-Kommunikationsaufsicht FCC angekündigt hat, der Netzneutralität ein Ende setzen zu wollen, haben fast alle großen IT-Konzerne zu dem Thema Stellung bezogen. Einige Reaktionen sorgen für Überraschung.

Google

Google war seit jeher ein Befürworter der Netzneutralität und behält diese Position auch weiterhin bei. In einem Statement nach der FCC-Bekanntmachung für die geplante Regeländerung kündigt Google an, sich mit anderen Gleichgesinnten für Regeln zur Netzneutralität einsetzen zu wollen.

Facebook

Bei Facebook ist das nicht anders. Geschäftsführerin Sheryl Sandberg äußerte in einem Facebook-Post Enttäuschung und bezeichnete die FCC-Pläne als schädlich. Ein offenes Internet sei entscheidend für neue Ideen und Internet-Provider sollten nicht entscheiden können, was die Leute online sehen könnten oder für bestimmte Websites mehr verlangen.

Netflix, Amazon, Microsoft

Netflix hat ebenfalls für die Netzneutralität Stellung bezogen und äußert Enttäuschung über die getroffene Entscheidung. Das letzte Wort ist bei dem Thema allerdings noch nicht gesprochen. Netflix rechnet mit einem längeren juristischen Streit und will sich zusammen mit anderen Partnern für die Netzneutralität einsetzen. Ähnliche Statements gibt es auch von Amazon und Microsofts Brad Smith.

Comcast, AT&T, Verizon, Sprint

Manch einer mag sich fragen, wer eigentlich dann überhaupt das Ende der Netzneutralität will. Comcast, AT&T und andere Netzbetreiber werden in Debatten als Befürworter gehandelt, da sie wohl am ehesten von einem Internet der zwei Geschwindigkeiten profitieren könnten. Die Reaktionen auch von dieser Seite gehen al­ler­dings in eine andere Richtung, ob ernst ge­meint, oder nur für PR-Zwecke.

Senior Vice President David L. Cohen von Comcast schreibt in einem Artikel, dass der US-Kongress eingreifen sollte, um die Netz­neu­tra­lität auch weiterhin zu gewährleisten. Auch Charter/Spectrum als größter Internetprovider in den USA äußert sich ähnlich und plädiert für ein offenes Internet, bei dem jeder unter gleichen Bedingungen mitmachen kann. AT&T sagt nichts anderes, und kündigt an, auch in Zukunft sein Netz in einer offenen und transparenten Art und Weise zu betreiben, wie das auch bislang der Fall gewesen sei. Von Verizon gibt es eine ähnliche Stellungnahme.

Von den großen Netzbetreibern äußert sich lediglich Sprint positiv zur FCC-Entscheidung und plädiert für mehr Wettbewerb. Die Regulierung sei bislang eher vage und komplex gewesen und hätte zu Rechtsunsicherheit geführt.
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