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Belgien stuft Lootboxen als Glücksspiel ein, will sie in der EU verbieten

Von Witold Pryjda am 22.11.2017 08:58 Uhr
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Man kann durchaus von Knalleffekt in der Gaming-Branche sprechen: Die belgische für Glücksspiel zuständige Behörde hat so genannte Lootboxen in PC-Spielen als solches eingestuft. Denn die Kommission sieht hier zwei wichtige Punkte als erfüllt an und meint, dass die Vermischung von Geld und Sucht Glücksspiel gleichkommt.

Star Wars: Battlefront 2 könnte in die Geschichte eingehen. Das EA-Spiel könnte in Zukunft als der Titel gesehen werden, der zu einem Verbot von Lootboxen in der Europäischen Union geführt hat. Denn die nach der jüngsten Debatte rund um das Spiel ausgelöste Untersuchung der belgischen Behörden hat zum vorläufigen Fazit geführt, wonach separat erwerbbare Pakete mit Spielgegenständen als Glücksspiel gesehen werden können und müssen.

Einschränkungen für Minderjährige

Das dürfte zwar vermutlich kein generelles Verbot dieser Mechanik zur Folge haben, sehr wohl aber eine Einschränkung für Minderjährige. Und das würde für einen Großteil der Spiele einem Verbot gleichkommen, da Jugendliche zu den Kernzielgruppen von Spielen zählen.

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Laut VTM News (via PC Gamer) hat die belgische Glücksspielkommission ein eindeutiges Statement bzw. Urteil abgegeben und gemeint, dass die Kombination von Geld und Sucht als Glücksspiel eingestuft werden muss.

Auch der belgische Justizminister Koen Geens hat sich auf die Seite der Lootboxen-Gegner gestellt und gemeint, dass "die Mischung von Glücksspiel und Gaming, speziell im jungen Alter, eine Gefährdung für die geistige Gesundheit eines Kindes ist". Geens will sogar ein sofortiges Verbot von Lootboxen, wenn es dabei zu Irreführung kommt und möchte diese auch europaweit umsetzen. Letzteres werde zwar dauern, aber "wir werden sicherlich versuchen, einen Bann umzusetzen".

Wie effektiv ein derartiges Verbot sein könnte, wird sich erst zeigen: Branchenexperte Daniel Ahmad schreibt auf Twitter, dass es in China ein ähnliches Verbot gebe, die Spieleanbieter aber letztlich dennoch Wege gefunden haben, es zu umgehen.

Siehe auch: Belgische Glücksspielbehörde nimmt sich Star Wars: Battlefront 2 vor
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