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Gegen Trumps Gewaltvideo: Spiele sind Schönheit und Kreativität

Von Witold Pryjda am 13.03.2018 12:13 Uhr
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Vergangene Woche haben das Weiße Haus und Präsident Donald Trump Industrievertreter und Politiker zu einem Treffen geladen, in dem es um Gewalt in Videospielen ging. Dafür hat man ein blutrünstiges und gewalttriefendes Video produziert, mit dem man zeigen wollte, wie "böse" dieses Medium sein kann. Dass Spiele auch völlig anders sein können, zeigt nun dieses Video.

Das Treffen der vergangenen Woche war eine Reaktion auf das Schulmassaker von Parkland im Bundesstaat Florida und für die meisten Brancheninsider war die Absicht dahinter leicht durchschaubar: Man will Videospiele zum Sündenbock machen und von Forderungen nach schärferen Waffengesetzen ablenken.

Das Weiße Haus wollte seinen Argumenten mit einem umstrittenen Video Nachdruck verleihen, es war und ist ein knapp zwei Minuten langer kontextloser Zusammenschnitt von besonders brutalen Szenen. Dabei kann man natürlich nicht leugnen, dass es sie gibt und auch, dass so manche Passage zu viel des Guten ist.

Medium am Pranger

Dennoch gab es von Industrie, Gamern und Experten scharfe Kritik, dass man es sich nicht so einfach machen kann und hier ein Medium an den Pranger gestellt wird, das so viel mehr ist. Von dem Umstand mal abgesehen, dass es keine Beweise gibt, dass Amokläufer von gewalttätigen Spielen beeinflusst werden - eher sogar im Gegenteil, denn der Anteil an Spielern ist bei diesen Tätern kleiner als in der Gesamtbevölkerung.

Von der Industrie gab es nun die einzig richtige "Antwort" auf das Gewaltvideo des Weißen Hauses, nämlich ein exakt gleich langes, das die andere Seite von Spielen zeigt, nämlich die Schönheit, Kreativität und Positivität. Verantwortlich dafür ist die Nonprofit-Organisation Games for Change.

Deren Vorsitzender hat gegenüber VentureBeat erklärt, dass er den Clip als "Liebesbrief an die Industrie und das Medium" sieht: "Wir hoffen, dass (das Video) zur Konversation beitragen kann und auch die Schönheit und Freude von Games zeigt und zwar in einer Weise, die ganz anders ist als beim Video des Weißen Hauses".

Zu den Spielen, die im Video vorkommen, zählen unter anderem: The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Minecraft, The Last Guardian, Little Big Planet, Monument Valley, Overwatch, Mirror's Edge: Catalyst, Shadow of the Colossus, Fortnite, Horizon: Zero Dawn, Firewatch, Portal 2, The Witness und Journey.
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