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Musikindustrie greift YouTube an, erzählt aber nur die halbe Wahrheit

Von Witold Pryjda am 27.10.2017 13:44 Uhr
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Die Musikindustrie und YouTube sind definitiv keine Freunde und werden das wohl auch nicht so bald werden. Denn Plattenfirmen und Industrieverbände werfen der Google-Plattform schon lange vor, nicht genug gegen Piraterie zu unternehmen. In einem aktuellen Video greift man YouTube nun scharf an und das nicht ausschließlich fair.

Eine Branchenorganisation namens Content Creators Coalition (c3) hat dieser Tage eine Kampagne gegen Google bzw. YouTube gestartet, das hier zu sehende Video ist einer der Eckpfeiler davon. Im Wesentlichen geht es bei der Kampagne um den altbekannten des "Value Gap", also dem Vorwurf, dass YouTube pro Stream zu wenig bezahlt.

Ein weiterer Vorwurf ist, dass YouTube zu wenig gegen Piraterie bzw. illegale Uploads unternimmt. Das ist auch das Thema dieses Spots: Denn hier stellt die Content Creators Coalition die legendären Mac vs. PC-Werbung von Apple nach, in den Hauptrollen sind ein Künstler und YouTube zu sehen (via TorrentFreak).

Der Künstler beschwert sich bei YouTube darüber, dass seine Werke ständig neu hochgeladen werden und dass sich die von der Video-Plattform angebotenen DMCA-Takedowns als ineffektiv erweisen. Auf die Frage, was zu tun ist, wenn sich jemand weigert, rät YouTube, sich einen Anwalt zu nehmen.

Das sind durchaus Vorwürfe, die nicht ganz von der Hand zu weisen sind. Aber: Es ist auch das interessant, was im Video nicht erwähnt wird, nämlich das Content-ID-Programm von YouTube. Denn damit verhindert Google, dass rund 98 Prozent der entfernten Inhalte ein zweites Mal bei YouTube hochgeladen werden - auch das ist ein "prominenter" Vorwurf des c3-Videos.

Die Content Creators Coalition will mit den Videos nicht unbedingt YouTube ins Gewissen reden, es geht vielmehr darum, die Öffentlichkeit und die Politik von ihrem Standpunkt zu überzeugen. Ob es allerdings eine schlaue Idee ist, sich legitime Stand- und Kritikpunkte durch das Weglassen von Fakten selbst zunichte zu machen, ist eine andere Frage.
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