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HTC U11: Alle Details zum druckempfindlichen High-End-Smartphone

Von Roland Quandt am 16.05.2017 08:59 Uhr
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Wie erwartet hat HTC heute mit dem HTC U11 sein neues Flaggschiff-Smartphone vorgestellt, das mit einem druckempfindlichen Rahmen neue Arten der Bedienbarkeit erschließen soll. Neu für HTC ist auch, dass das 5,5-Zoll-Smartphone mit High-End-Ausstattung, jetzt nach IP67 zertifiziert und somit weitestgehend wasserdicht ist.

Druckempfindlicher Rahmen dank HTC Edge Sense

Das HTC U 11 geisterte schon seit geraumer Zeit durch die Gerüchteküche und bekommt tatsächlich einen Metallrahmen, der ab ungefähr der Hälfte des Geräts mit unterschiedlich starkem Druck zum Auslösen verschiedener Aktionen genutzt werden kann. Der Anwender legt dabei künftig selbst fest, was das U11 "auf Druck" machen soll.

HTC U11


HTC U11


HTC U11

HTC will zunächst das Öffnen des Google Assistant und der Kamera-App sowie das Auslösen der Kamera über das Drücken des Rahmens ermöglichen. Drückt man einmal kurz, wird die Kamera-App geöffnet. Drückt man lang, wird der Sprachassistent von Google angezeigt. Ist die Kamera-App einmal geöffnet, kann man durch erneutes Drücken auf die Seiten des Telefons ein Foto aufnehmen lassen.

HTC will Aufgaben auf Druck automatisieren

Interessant ist hierbei, dass der Kunde nicht nur die Stärke des Drucks festlegt, ab der eine Aktion erfolgt, sondern auch festlegen kann, was das Telefon tun soll. Mit einer in den nächsten Monaten verfügbaren App sollen sich ganze Ketten von Aktionen automatisieren lassen, so dass jeder Anwender tatsächlich vollkommen individuell mit der Edge Sense genannten Technologie "hantieren" kann.


Das HTC U11 hat abgesehen davon ein 5,5 Zoll großes QHD-Display mit 2560x1440 Pixeln und einer Abdeckung aus Gorilla Glass 5, die oben und an den Seiten recht weit um die Seiten herumgezogen wird. Dadurch erinnert die Front zumindest in ausgeschaltetem Zustand optisch an das Galaxy S8 von Samsung, auch wenn das Display selbst hier nicht gewölbt ist. Unterhalb des Bildschirms bringt HTC einmal mehr beleuchtete Android-Tasten und einen mittig platzierten Fingerabdruckleser bzw. Home-Button an, wobei diese sehr nah am unteren Rand sitzen.

Snapdragon 835 Power an Bord, mehr Speicher nur für China

Im Innern tut der Qualcomm Snapdragon 835 seinen Dienst, also der im 10-Nanometer-Maßstab gefertigte Octacore-SoC mit bis zu 2,45 Gigahertz Taktrate, welcher nicht nur für extrem hohe LTE-Übertragungsraten sorgt, sondern auch dem mitgelieferten In-Ear-Headset die Fähigkeit gibt, Umgebungsgeräusche per Active Noise Cancelling zu unterdrücken.

Der High-End-Prozessor wird in der deutschen Version von vier Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt, wobei in China auch noch eine Variante mit ganzen sechs GB RAM auf den Markt kommt. Der Flash-Speicher ist beim deutschen Modell 64 GB groß, während einige asiatische Märkte auch mit Modellen mit 128 GB bedient werden.

HTC U11


HTC U11


HTC U11

HTC spricht lediglich von "UFS-Speicher", gibt aber keine Auskunft darüber, ob hier nun UFS 2.0 oder die schnellere Variante UFS 2.1 verbaut ist - angesichts der durch hohe Nachfrage herrschenden Speicherknappheit und Samsungs bzw. Huaweis "Kommunikationsproblemen" bezüglich dieses Ausstattungsdetails wohl die strategisch klügere Entscheidung.

Dual-Pixel-Autofokus, optischer und elektronischer Bildstabilisator

Bei den Kameras setzt HTC auf einen einzelnen 12,2-Megapixel-Sensor auf der Rückseite, dessen Sensorpixel mit 1,4 Mikrometern Diagonale recht groß ausfallen. Dieser wird als UltraPixel 3 Sensor bezeichnet ermöglicht den Dual-Pixel-Autofokus, der für eine extrem schnelle Fokussierung sorgen soll. HTC verwendet hier außerdem eine Kombination aus optischem und elektronischem Bildstabilisator, um auch bei schlechtem Licht unverwackelte Aufnahmen zuzulassen.

HTC U11

Dazu tragen auch die F/1.7-Blende und ein dem ja auch von HTC gebauten Google Pixel ähnlicher automatischer HDR-Modus bei. 4K-Videos sind ebenso problemlos möglich wie Slow-Motion-Aufnahmen bei 120 Bildern pro Sekunde mit 1080p-Auflösung. Die Frontkamera hat einen BSI-Sensor mit ganzen 16 Megapixeln und einer F/2.0-Blende, die ebenfalls einen "HDR-Boost" mitbringt.

Zwei Wege oder Stereo: der Nutzer hat beim BoomSound die Wahl

HTC lässt sich in Sachen Audio nicht lumpen. Man verbaut am oberen und unteren Ende des U11 jeweils einen Lautsprecher, um so den "BoomSound" zurückzubringen. Der Kunde kann dabei wählen, ob er die jeweils in der Hörmuschel und unten rechts am Rand verbauten Lautsprecher als "2-Wege-System" oder im Stereo-Betrieb verwenden will. Die Lautsprecher sind dabei angeblich lauter als bei allen früheren HTC-Smartphones mit BoomSound.


Auf einen ganz normalen Kopfhöreranschluss verzichten die Taiwaner beim U11 aber leider. Stattdessen setzt man auf die auch schon von den anderen Modellen aus der HTC U-Serie bekannten USonic-Kopfhörer für den USB Type-C-Port, die mit ihren direkt in die Kopfhörer eingebauten Mikrofonen eine optimale Abstimmung auf das Gehör des Trägers garantieren sollen.

Active Noise Cancelling ab Werk und ohne Aufpreis

Mit Hardware-seitiger Unterstützung durch den neuen Qualcomm-Prozessor im Smartphones selbst, werden die Mikros bei der Audio-Wiedergabe auf Wunsch sogar zur aktiven Rauschunterdrückung (ANC) genutzt, was die Anschaffung oft teurer, spezieller Kopfhörer hinfällig macht. Der ebenfalls im U11 untergebrachte Digital-Analog-Konverter (DAC) des mitgeliefertem Type-C-auf-Klinke-Adapters soll auch bei Verwendung von normalen Kopfhörern optimalen Klang gewährleisten.

Das HTC U 11 bringt einen 3000mAh großen Akku mit, was angesichts der Größe und der Leistung nicht unbedingt beeindruckt. Geladen wird per Qualcomm Quick Charge 3.0, also mit maximal 18 Watt, so dass das Gerät zügig wieder einsatzbereit ist. Das mit dem Snapdragon 835 mögliche Quick Carge 4.0 wird noch nicht unterstützt, der Type-C-Port bietet aber immerhin USB 3.1.

HTC U11

Endlich wasserdicht

Waren die vorangegangenen Flaggschiff-Smartphones von HTC allesamt noch nicht wasser- und staubdicht, hat HTC das U11 nach IP67 zertifizieren lassen und in dieser Hinsicht somit nachgebessert. Bis zu einer Stunde kann das U11 deshalb in 50cm Wassertiefe "überleben". Während der Rahmen aus Metall ist, wird die das Gerät fast vollständig umschließende Glas-Rückseite in verschiedenen Farben auf Hochglanz getrimmt. Dies sieht zwar extrem gut aus, sorgt aber auch für eine starke Anfälligkeit für Fingerabdrücke.

Mit 169 Gramm Gewicht und 7,9 Millimetern Bauhöhe ist das U11 nicht unbedingt leicht, fällt aber angenehm dünn aus. Auch die Kamera steht nicht weit aus dem Gehäuse heraus. Als Betriebssystem läuft hier Android 7.1.1 "Nougat", also die aktuellste Version des Google-OS. Die HTC-eigene Sense-Oberfläche ist recht leichtgewichtig und bietet die üblichen Anpassungen in Form von zusätzlichen Apps und dem vom Homescreen aus erreichbaren BlinkFeed.

Hierzulande im freien Handel immer mit zwei SIM-Slots

Anders als zuvor wird das HTC U11 von Anfang an in Deutschland im freien Handel in einer Dual-SIM-Variante angeboten, wobei die Netzbetreiber auch eine mit nur einem einzelnen Nano-SIM-Slot ausgerüstete Version einführen werden. Die Dual-SIM-Konfiguration erfolgt mittels eines Hybrid-Slots, so dass man sich letztlich zwischen einer zweiten SIM und der Verwendung einer MicroSD-Karte zur Speichererweiterung entscheiden muss.

Das HTC U11 kommt in Deutschland am 1. Juni 2017 in den Handel, wobei anfangs die Farben Blau, Silber und Schwarz angeboten werden, bevor etwas später auch noch eine rote Variante folgt. Die offizielle Preisempfehlung liegt bei 749 Euro.

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