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Sauberes Wasser und Strom aus Fäkalien: Bill Gates nimmt Kostprobe

Von Christian Kahle am 07.01.2015 15:39 Uhr
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Microsoft-Mitbegründer Bill Gates engagiert sich schon lange im Kampf gegen verschiedene Krankheiten, die in Entwicklungsländern ein großes Problem darstellen. Hierfür ist aber nicht nur eine bessere medizinische Versorgung nötig, sondern auch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse und der Versorgung mit sauberem Wasser.

Die mangelhafte Infrastruktur in den ärmsten Regionen der Welt ist mit dafür verantwortlich, dass die Hinterlassenschaften des alltäglichen Lebens nicht ordentlich entsorgt werden können und so schädlichen Keimen einen Lebensraum bieten, die dann immer wieder auch das Trinkwasser kontaminieren. Gates präsentierte nun ein System, das von Janicki Bioenergy, einer Firma aus der Nähe von Seattle entwickelt wurde und hier für Abhilfe sorgen soll.

Der so genannte OmniProcessor wird schlicht mit Fäkalien versorgt und produziert aus diesen Trinkwasser und Strom. Damit kann das System also gleich mehrere Probleme angehen, die in den fraglichen Regionen bestehen. Im Grunde ist das Prinzip ziemlich einfach - auch wenn dahinter natürlich einiges an Entwicklungsleistung steht.

Dreifacher Problemlöser

Den Fäkalien wird im ersten Schritt nahezu alles Wasser entzogen. Übrig bleibt eine ziemlich trockene, gut brennbare Masse. Deren Verbrennung bei hoher Temperatur treibt eine Gasturbine an, die wiederum die Energie für die gesamte Anlage produziert. Mit der Leistung werden weitergehende Reinigungs-Systeme angetrieben, so dass das entzogene Wasser am Ende eine ähnliche Qualität hat, wie jenes, was Nahrungsmittel-Firmen in Flaschen verkaufen. Dafür wird noch nicht einmal der komplette selbst erzeugte Strom benötigt, so dass auch noch Energie an Verbraucher abgegeben werden kann.

Den Angaben der Entwickler zufolge kann ein OmniProcessor, der 11,5 x 20 Meter groß ist, die Exkremente von rund hunderttausend Menschen verwerten. Täglich werden im Zuge dessen 86.000 Liter sauberes Wasser produziert und 250 Kilowatt Strom ins nächste Netz eingespeist. Übrig bleibt am Ende nur noch ein wenig relativ ungefährliche Asche.

Gates hat sich vor Ort selbst von der Qualität der Anlage überzeugt. "Das Wasser schmeckte ebenso gut wie alles, was ich bisher aus Flaschen getrunken habe. Nachdem ich die Technik hinter dem System studiert hatte, würde ich es jeden Tag trinken. Es ist völlig sicher", erklärte er. Und die nächsten Schritte sind bereits geplant. Noch in diesem Jahr soll eine erste Anlage im Rahmen eines Pilotprojektes im Senegal in Betrieb gehen.
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