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20 Terabyte und mehr: Glas-Platter sollen Alu bei Festplatten ersetzen

Von Witold Pryjda am 08.09.2017 14:44 Uhr
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Festplatten werden immer größer. Das ist nicht unbedingt eine neue Erkenntnis. Eines ist aber auch klar: Die derzeit gängigen Speichermedien stoßen auf Grenzen, was vor allem physikalische Ursachen bei der maximal möglichen Dichte hat. Ein japanisches Unternehmen will nun eine bereits ältere Lösung forcieren: Disks, die mit Glassubtraten arbeiten.

Derzeit arbeiten Unternehmen wie Seagate und Western Digital daran, Festplatten mit zwölf Terabyte für den Massenmarkt startklar zu machen. Dabei soll es aber natürlich nicht bleiben, man schielt bereits in Richtung 20TB und mehr. Aktuell erreicht man eine Erhöhung der Kapazität aber gewissermaßen nur mit Hilfe von "Tricks", darunter den Einsatz mehrere Platter (übereinander) sowie Helium-Füllung.

Die Magnetscheiben, also Platter, arbeiten derzeit zum Großteil mit Aluminium als Material, darauf wird dann die eigentliche magnetische Schicht aufgebracht. Aluminium hat allerdings Nachteile bzw. stößt bei 3,5-Zoll-Festplatten an Grenzen. Der japanische Hersteller Hoya will das Geschäft laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung Nikkei mit Glassubstraten aufmischen (via ExtremeTech).

Damit sollen Festplatten mit 20 Terabyte und mehr möglich sein. Derzeit kommt Glas nur in Notebook-Laufwerken zum Einsatz. Dieser Markt schrumpft aber, da in Mobilgeräten immer häufiger SSDs verbaut werden. Deshalb will Hoya die Glastechnologie bei 3,5-Zoll-Festplatten forcieren.

Hoya: Prototypen von Glas-Platter-Festplatten

Dünner und steifer

Und das könnte gelingen, da Glas in diesem Bereich tatsächlich viele Vorteile bietet: So gilt Glas als steifer als Aluminium, was wiederum dünnere und leichtere Platter ermöglicht. Glassubstrate sind außerdem glatter als das derzeit übliche Metall.

Hoya verweist auf Platter-Prototypen, die zwischen 0,5 sowie 0,381 Millimeter dünn sind, bei Aluminium sind derzeit Varianten mit 0,635 Millimetern üblich. Durch die stark verringerten Maße können mehr Platter untergebracht werden, was die Gesamtkapazität erhöht. Und Kapazität ist für die Hersteller klassischer Festplatten das letzte Argument, mit dem sie gegen SSD-Anbieter noch punkten können.

Glas, das im Bereich der Festplatten nichts wirklich Neues ist, hat allerding einen Nachteil: den Preis. Dennoch hofft Hoya, mit derart hohen Kapazitäten in Rechenzentren punkten zu können.
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