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Breitband: Fördergelder sollen in Glasfaser statt in die Telekom fließen

Von Christian Kahle am 06.09.2017 14:06 Uhr
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Im Vorfeld der Bundestagswahl haben mehrere Verbände von Netzbetreibern gemeinsam die Forderung nach einer gründlichen Veränderung der Förderung des Breitband-Ausbaus aufgestellt. Gelder müssten zukünftig in Glasfaser und nicht in die Deutsche Telekom fließen, verlangt man im Kern.

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Bisher sind die Förderprogramme eher so gestaltet, dass ein zügiger Ausbau von Glasfaser-Anbindungen blockiert wird. Statt dessen fließen Subventionen in die von der Telekom präferierten Technologien, die auf den alten Kupfer-Leitungen beruhen. Statt einer Bezuschussung von Technologien, die ohnehin keine Zukunft haben, müsse die kommende Bundesregierung eine klare Gigabit-Strategie fahren, fordern die Branchenverbände ANGA, BUGLAS, BREKO und VATM sowie das FTTH Council Europe.

Immer wieder wurden die Breitband-Pläne bisher nach Bandbreiten ausgerichtet, die die Telekom mit ihren DSL-Technologien erreichen konnte. Und stets war entsprechend auch nur von Downstream-Raten die Rede. Wer hingegen schnelle Uplinks benötigt, steht weiterhin vor Problemen. Und das sind keineswegs nur YouTuber. In einigen Bundesländern läuft beispielsweise die verpflichtende Umstellung auf elektronische Gerichtsakten - und diese können aufgrund gescannter Dokumente schnell zu groß für den DSL-Upstream sein, den man in einer ländlichen Kleinstadt bekommt.

Regulierung soll bleiben

"Übergangstechnologien auf Basis der alten Telefonleitung, also der Kupferdoppelader, wie zum Beispiel Vectoring können die künftig unbedingt erforderlichen Qualitätsparameter (symmetrische Bandbreiten, Verfügbarkeit, Latenz, Zuverlässigkeit) nicht erfüllen", erklärten die Verbände in ihrem Papier. Ein flächendeckender Ausbau von Glasfaser-Netzen bis zum Nutzer sei daher unabdingbar.

Von der Politik fordern diese daher insbesondere auch, dass die Telekom weiter unter staatlicher Regulierung verbleibt - immerhin habe das Unternehmen noch immer in vielen Regionen eine beherrschende Stellung. Und durch den Verzicht auf das bisherige 50-MBit/s-Ausbauziel und eine Umstellung auf einen Fokus auf Gigabit-Glasfaser-Infrastrukturen ließe sich der Konzern weiter unter Druck setzen.
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