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Superfish-Adware: Lenovo zahlt Strafe, sieht aber keine Schuld bei sich

Von Witold Pryjda am 06.09.2017 12:48 Uhr
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Der chinesische Hersteller Lenovo hat Anfang 2015 mit der VisualDiscovery bzw. Superfish genannten Adware für Aufsehen gesorgt und das Vertrauen vieler seiner Kunden verloren. Der finanzielle Schaden war sicherlich beträchtlich, die nun gegen Lenovo verhängte Strafe selbst ist hingegen verhältnismäßig niedrig.

Die VisualDiscovery genannte und von einem Unternehmen namens Superfish entwickelte Software sorgte vor gut zwei Jahren für Aufregung. Die Adware war auf Lenovo-Notebooks (Lenovo IdeaPad P-, Y- und Z-Serien) vorinstalliert und zwar sehr tief im System. Dadurch konnte sie dem Nutzer Werbung unterjubeln und dadurch die Google-Suchergebnisse quasi manipulieren.

Der Hersteller hat sich nun mit der US-amerikanischen Handelsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) und insgesamt 32 Bundesstaaten geeinigt. Die FTC hatte zuvor diese Praktik des Herstellers untersucht und dabei festgestellt, dass VisualDiscovery nicht nur Werbe-Popups zur Folge hatte, sondern auch Browser gehindert hat, Nutzer vor schädlichen Seiten zu warnen sowie auch Zugriff auf vertrauliche Nutzerinformationen hatte.

Superfish Visual Discovery


Superfish Visual Discovery

Lenovo: Strafe ist kein Schuldeingeständnis

Lenovo hat sich nun bereiterklärt, eine Strafe in Höhe von 3,5 Millionen Dollar zu bezahlen. Darüber hinaus hat sich der Hersteller verpflichtet, Änderungen an der Art, wie man Laptops verkauft, durchzuführen. Demnach darf Lenovo keinerlei vorinstallierte Software mehr falsch oder anders darstellen, die Werbung in die Internet-Nutzung der Anwender dazwischenschiebt.

Lenovo wird die Strafe zwar zahlen, als Schuldeingeständnis will man das aber nicht werten. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ließ das Unternehmen ausrichten, dass man mit den Vorwürfen nach wie vor nicht zustimmt, aber dennoch froh sei, dass man die Angelegenheit nach zweieinhalb Jahren zum Abschluss bringen kann.

Siehe auch: Lenovo-CTO räumt bei Superfish-Adware Fehler ein, gelobt Besserung

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