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Entwickler plaudern aus dem Nähkästchen: So wird bei Games getrickst

Von Witold Pryjda am 05.09.2017 11:58 Uhr
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Spiele sollen in erster Linie Spaß machen und dabei darf und muss auch getrickst werden. Denn Realismus ist in der Gaming-Branche zwar ein immer wieder auftauchendes Stichwort, letztlich wird aber stets irgendwie "geschummelt". Zum Wie haben sich nun zahlreiche Entwickler in einem höchst interessanten Twitter-Thread geäußert.

Vor einigen Tagen hat die in Australien lebende deutsche Spielentwicklerin Jennifer Scheurle eine Twitter-Konversation gestartet, in der sie von Kollegen wissen wollte, welche "brillanten Mechaniken" sie verwenden, um die Gamer zu täuschen. Dabei geht es aber um positive Kniffe, die dazu gedacht sind, den Spielspaß zu verlängern.

Als Beispiel meinte sie, dass bei Spielen wie Assassin's Creed und Doom die letzten Gesundheitspunkte mehr "wert" sind, da dies das Gefühl verstärkt, "gerade so" überlebt zu haben. Und schnell fanden sich andere Entwickler, die einige ihre Kniffe und Tricks verrieten (via Polygon).

Erster Schuss kein Treffer

BioShock-Vater Ken Levine meinte etwa, dass in seinem Shooter die ersten Schüsse von Gegnern immer danebengehen. Levine antwortete hier auf Rob Xemu Fermier, dieser meinte, dass im Vorgänger System Shock die letzte Kugel immer doppelten Schaden anrichte, da auch das ein "Gerade so überlebt"-Moment sei.

Der kanadische Entwickler Chevy Ray meinte, dass man in Plattformern auf einen Trick setze, den man "Coyote Time" nennt, bei dem der Spieler auch dann noch einen Sprung durchführen kann, wenn er den Rand der Plattform verpasst hat bzw. zu spät dran ist. Das ist eine Anspielung auf den Warner Bros.-Charakter Wile E. Coyote, der im Cartoon stets zu spät merkt, dass er in der Luft "hängt" bevor er nach unten stürzt.

Erster Kill zählt

Bei Gears of War hat man herausgefunden, dass etwa 90 Prozent aller Multiplayer-Gamer kein zweites Match mehr spielen, wenn ihnen in der ersten Partie kein einziger Abschuss gelingt. Ob man ihnen bei diesem einen Abschuss irgendwie hilft, verriet Entwickler Lee Perry aber nicht.

In Half-Life wird der Spieler von den Gegnern ein Stück weit geschont, da man nie von mehr als zwei Widersachern angegriffen wird. Wenn nämlich mehr Kontrahenten vorhanden sind, dann laufen diese auf die Seiten und tun gewissermaßen so als würden sie den Gamer flankieren.

In Scheurles Thread auf Twitter finden sich noch viele weitere Tricks dieser Art, wir empfehlen, ihn am besten zur Gänze zu lesen. Allerdings nur jenen, die hinter die Kulissen blicken wollen. Gamer, die die "Magie" nicht verlieren wollen, sollten ihn indes nicht anklicken.
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