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Microsoft-Gründer Paul Allen findet lang vermisstes US-Kriegsschiff

Von Nadine Juliana Dressler am 20.08.2017 14:20 Uhr
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Microsoft-Mitgründer Paul Allen führt wie sein Kompagnon Bill Gates seit Jahren ein Leben fernab des Rummels im Alltag der Software-Branche. Nun hat Allen bekannt gegeben, dass er mit seinem Hochsee-For­schungs­team das lang vermisste Kriegsschiff "USS Indianapolis" gefunden hat.

Die "USS Indianapolis" spielte zum Ende des zweiten Weltkrieges eine wichtige Rolle. Das Kriegsschiff wurde damals für den Transport von Bauteilen für die Atombombe eingesetzt, die im August 1945 traurige Berühmtheit als "Little Boy" erlangte und auf die Stadt Hiroshima abgeworfen wurde. Die damalige Aktion namens Bowery stand unter höchster Geheimhaltungsstufe, da die USS Indianapolis Uran transportierte und man ihre Mission als kriegsentscheidend angesehen hat. Daher wurde zunächst auch verheimlicht, dass die japanische U-Boot-Flotte das US-Kriegsschiff am 30. Juli 1945 auf ihrem Rückweg von der Mission torpedierte. Die Indianapolis hatte ihre todbringende Fracht auf der Insel Tinian abgeladen und befand sich schließlich unter Beschuss.


Wenige Soldaten konnten nach U-Boot-Angriff gerettet werden

Wo genau die Seeschlacht stattfand, war lange Zeit unbekannt. Der Kapitän des Navy-Kreuzers hatte keinen Notruf abgesetzt. Die Indianapolis sank nach einigen schweren Treffern, soweit es bekannt ist, innerhalb von nur zwölf Minuten. Von ihrer 1196 Mann starken Übersatzung schaffte es ein Großteil in die Rettungsboote, doch aufgrund der unbekannten Position konnten schließlich nur noch 316 Mann gerettet werden. Viele Navy-Soldaten verloren in den Rettungsbooten ihr Leben, als sie ohne ausreichend Proviant und Wasservorräten auf dem offenen Pazifik auf ihre Rettung warteten.


Die Suche geht weiter

Allen fand nun Teile des Wracks an diesem Freitag, 18. August und gab seinen spektakulären Fund der Presse bekannt (via Focus Online). Man ist nun auf der Suche nach weiteren Teilen der USS Indianapolis. Bisher hat man einige Teile des Schiffes lokalisiert, die bereits eindeutig identifiziert werden konnten. Unter anderem hat das Team rund um Allen Plaketten mit der Baunummer des Kreuzes und seiner offiziellen Bezeichung "C 35" bei den Tauchgängen gefunden. Diese ersten Funde machte das Team in einer Tiefe von über 5480 Metern.

Erste Suchaktionen blieben erfolglos

Die Mission unter der Führung von Paul Allen ist nicht der erste Versuch, die USS Indianapolis zu finden. Bereits im Sommer 2001 sowie im Sommer 2005 hatten sich Forschungsgruppen auf den Weg gemacht, das Wrack zu finden.
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