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Def Leppard-Gitarrist: "Piraterie bringt uns neues junges Publikum"

Von Witold Pryjda am 03.08.2017 17:20 Uhr
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Die britische Rockband Def Leppard war in den 1980ern eine der größten Musikgruppen des Westens. Heute gehört man nicht mehr zu den ganz Großen des Geschäfts, hat aber eine treue Fangemeinde. Junge Hörer entdecken bis heute Alben wie Hysteria und kommen zu den Konzerten. Zu verdanken hat man das auch der Piraterie, meint Gitarrist Vivian Campbell.

Film- und Musikindustrie haben Filesharer viele Jahre lang mit Slogans wie "Raubkopierer sind Verbrecher" dämonisiert. Mittlerweile ist aber längst klar, dass pauschale Aussagen und Vorverurteilungen nicht zulässig sind, auch bei den Urhebern selbst. Dazu zählt nun auch Def Leppard.

Und Vivian Campbell, Gitarrist der Hardrock-Band, die vor allem in den 1980ern zahlreiche Nummer-1-Hits hatte, sagte nun einem Interview mit Ultimate Classic Rock, dass Piraterie auch Vorteile habe. Denn laut Campbell hat die Band in den letzten zehn bis 15 Jahren verstärkt jüngere Kids im Publikum entdecken können.

Neue Fans

"Vor allem in den vergangenen paar Jahren hat diese Zahl exponentiell zugenommen. Ich glaube wirklich, dass das der Vorteil von Musikpiraterie ist", sagte Campbell. Die Band, die dieses Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, habe durch die technologische Entwicklung und auch durch Nutzer, die sich Musik kostenlos holen, keinen Nachteil, im Gegenteil.

Campbell: "Die Leute beklagen sich immer, dass sie keine Platten mehr verkaufen können, aber für eine Band wie Def Leppard zumindest gibt es einen Silberstreif am Horizont und zwar aufgrund der Tatsache, dass unsere Musik ein völlig neues Publikum erreicht. Dieses Publikum ist auch aufgeregt, sie zu hören und sie kommen zu den Shows. Es war fantastisch."

Mit diesem neuen Publikum gelingt es laut Campbell der Band auch, neue Motivation zu schöpfen und sich immer weiter zu verbessern. TorrentFreak verweist aber auch auf die Tatsache, dass die Band trotz ihrer 40-jährigen Geschichte weiß, wie man neue Medien bedient. So findet man beispielsweise auf dem offiziellen YouTube-Kanal von Def Leppard auch jede Menge aktueller Inhalte.

Campbell hat sich nicht zum ersten Mal so geäußert: Bereits vor Jahren sagte er, dass es "genug Kids gibt", die für Musik nichts bezahlen: "Ich bin recht sicher, dass nicht alle bezahlt haben. Aber vielleicht kaufen sie ein Ticket und kommen zu einem Konzert."
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