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Schein-Rabatte bei Amazon? US-Wettbewerbsbehörde prüft Vorwürfe

Von Markus Kasanmascheff am 21.07.2017 13:23 Uhr
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Im Rahmen von Prüfungen der von Amazon geplanten Übernahme der Le­bens­mit­telkette Whole Foods untersuchen US-Wett­be­werbs­hü­ter Vorwürfe über ir­re­füh­ren­de Werbung. Eine Ver­brau­cher­schutz-Organisation behauptet, Amazon würde mit irreführenden Ra­batt­an­ga­ben zu nicht ganz so günstigen Produkten arbeiten.

Irreführende Rabatte bei Amazon?

Die Verbraucherschützer von Consumer Watchdog wollen herausgefunden haben, dass Ama­zon durch die Verwendung von überhöhten Referenz- und Lis­ten­prei­sen Rabatte suggeriert, die es so gar nicht gibt. Eine Überprüfung von etwa 1.000 Produkten auf der Amazon-Webseite im Juni hätte ergeben, dass knapp die Hälfte davon bei Rabatt-Angaben von Listenpreisen aus­gehe. Bei 61 Prozent der Angebote konnte aber nachgewiesen werden, dass Amazon in den drei Monaten davor die Produkte bereits deutlich unter dem Listenpreis verkauft hatte. Viele der prozentualen Rabattangaben entsprächen daher nicht der Realität.

Schneller als gedacht: Amazon startet seinen Fresh-Lieferdienst
Ob die FTC ein förmliches Prüfverfahren einleitet, steht bislang noch nicht fest. Amazon hat auf die Vorwürfe mittlerweile reagiert. In einer Stellungnahme bezeichnete der Konzern die Ergebnisse der Studie als falsch und kritisierte darin schwerwiegende methodische Fehler. Amazon würde für die Kalkulation der Rabatte die Referenzpreise der Hersteller mit aktuellen Preisangaben auf Amazon und auch anderen Händlern heranziehen, so das Papier.

Blockade der Whole-Foods-Übernahme

Die von den Verbraucherschützern vorgebrachten Vorwürfe stehen in einem direkten Zu­sam­men­hang mit der geplanten Whole-Foods-Übernahme. In ihrem Antrag fordern diese die FTC dazu auf, dem Zusammenschluss beider Unternehmen solange nicht zuzustimmen, bis Ama­zon die unlautere Geschäftspraxis mit irreführenden Rabattangeboten einstelle.

Dass an den Vorwürfen etwas dran sein könnte, zeigt ein ähnlicher Fall aus Kanada. In einem Vergleich mit der dortigen Wettbewerbsbehörde stimmte der Online-Händler einer Straf­zah­lung von einer Million Kanadischer Dollar zu. Dies entspricht etwas weniger als 700.000 Euro. Im Verhältnis zu Amazons Marktmacht und Quartalsumsätzen von fast 30 Milliarden Dollar wirkt die Strafe eher symbolisch. Im Handelsbereich erreicht der Konzern pro Quartal in­zwi­schen Gewinne im dreistelligen Millionenbereich.

Allen die wissen wollen, ob Amazons Rabattangaben überhöht sind, empfehlen wir wärm­stens unsere Amazon-Blitzangebote-Übersicht, bei dem die Blitz­an­ge­bote auch mit dem Straßenpreis verglichen werden. Nicht mehr verfügbare Angebote bzw. reine Lockangebote werden dort übrigens automatisch entfernt.

Die täglichen Amazon-Blitzangebote
in der bewährten WinFuture-Übersicht
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