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Microsoft verklagt russische US-Wahl-Hacker ... wegen Copyrights

Von Markus Kasanmascheff am 21.07.2017 11:28 Uhr
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Während der Konflikt über eine mögliche Beeinflussung der US-Wahlen durch russische Hacker weitergeht, nutzt Microsoft einen rechtlichen Trick um den Hackern das Wasser abzugraben und gleichzeitig mehr über die­se zu er­fah­ren: Die Redmonder verklagen die Hacker wegen Copyright-Verstößen, um anschließend deren Domains zu übernehmen.

Der Vorwurf von der russischen Regierung beauftragte Hacker hätten Hillary Clintons Email-Server geknackt, um mit einem Leak die US-Wahlen zu beeinflussen, steht schon länger im Raum. Wladimir Putin höchst­per­sön­lich solle die angeblichen Hacker-Angriffe angeordnet und auch gesteuert haben. Dies konnte bislang aber nie zweifelsfrei bewiesen werden.


Cozy Bear und Fancy Bear

Im Zentrum der Vorwürfe befinden sich zwei Hacker-Gruppen mit den Codenamen Cozy Bear und Fancy Bear. Diese sollen neben den Politiker-Hacks auch für Angriffe auf die Welt-Anti-Doping-Sgentur WADA verantwortlich sein. Wer genau hinter diesen steht, konnte bislang nicht he­raus­ge­fun­den werden. Wie jetzt aber bekannt wurde, nutzt Microsoft einen recht­li­chen Trick, um mehr über die Cyberkriminellen zu erfahren. Sie verklagen die ano­ny­men Hac­ker wegen Copyright-Verstößen, um anschließend deren Domains zu übernehmen.

Da viele der von den Hackern genutzten Do­mains Adressen wie livemicrosoft.net oder rsshotmail.com nutzen, um angebliche Mi­cro­soft-Ser­ver vor­zu­gau­keln, kann Microsoft leicht Mar­ken­ver­stöße vor Gericht geltend machen. Wäh­rend bei ähn­li­chen Fällen die Domains normalerweise deaktiviert werden, kann Mi­cro­soft aber sein Recht durchsetzen, diese selbst nutzen zu dürfen. Dem Unternehmen geht es also nicht um Schadensersatzklagen oder dem alleinigen Schutz von Anwendern bzw. seiner Markenrechte. Vielmehr nutzt Microsoft den Trick, um selbst mehr über die Hacker he­raus­zu­fin­den.

Gegenspionage durch Domain-Umleitung

Hat Microsoft einen positiven Richterbeschluss in der Tasche, kann das Unternehmen bei ICANN-Ablegern eine entsprechende Umleitung der URL-Zugriffe auf eigene Webserver erwirken. Durch die Umleitung erfährt Microsoft Details über die von den Hackern genutzte Serverinfrastruktur und die genutzten IP-Adressen. Da Microsoft dies in großem Stil macht, kommt dabei offenbar Einiges heraus. Mehr als 70 dem Hacker-Kollektiv Fancy Bear zu­ge­ord­ne­te Domains sollen auf diesem Weg bereits übernommen worden sein.
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