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Zeiss-Patent: Nokia-Smartphones mit optischem Zoom dank Dreh-Linsen?

Von Roland Quandt am 20.07.2017 16:08 Uhr
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Der deutsche Optikspezialist Zeiss und das von früheren Nokia-Mitarbeitern gegründete Unternehmen HMD Global könnten im Rahmen ihrer kürzlich verkündeten Zusammenarbeit ein äußerst innovatives Konzept zur Umsetzung eines optischen Zooms bei Smartphones in der Hinterhand haben. Dies lässt sich zumindest vermuten, wenn man einen kürzlich von Zeiss und HMD veröffentlichten Teaser mit einem Patent des Linsenherstellers in Verbindung bringt.

Ein Leser machte uns darauf aufmerksam, dass sich für ihn erstaunliche Parallelen zwischen einem von Zeiss bereits im Jahr 2015 beantragten Patent, das im März 2017 letztlich auch öffentlich gemacht wurde, und dem Anfang Juli veröffentlichten Teaser zur Zusammenarbeit von Zeiss und HMD Global ergaben. Tatsächlich ähneln sich der Teaser und das von Zeiss in seinem Patent beschriebene Konzept in vielerlei Hinsicht. Noch ist all dies jedoch reine Spekulation.

Zeiss: Patent auf Miniaturisierte Zoomkamera


Zeiss: Patent auf Miniaturisierte Zoomkamera

Konkret spricht Zeiss in dem vom Deutschen Patent- und Markenamt veröffentlichten Patent mit dem Aktenzeichen DE102015218571A1 von einer "Miniaturisierten Zoomkamera". Es beschreibt die Kombination einer Kamera mit einem Bildsensor, einem geschrumpften Zoomsystem und einem Gehäuse. Das Zoomsystem besteht aus einer fest verbauten ersten Linsengruppe, wobei es eine Art zweiten Linsenträger gibt, der drehbar ist und gleich mehrere Linsengruppen mit unterschiedlichen Brennweiten beherbergt.
Um auf unterschiedlichen Abständen zu fokussieren, soll sich bei dem Ansatz der Linsenträger jeweils so drehen, dass eine der auf ihm gelagerten zusätzlichen Linsengruppen jeweils zwischen die Hauptlinse und den Bildsensor schiebt. Dadurch lässt sich die Brennweite der Kamera nach Bedarf verändern, ohne dass man die klassische Konstruktion eines Objektivs mit optischem Zoom zu Grunde legen muss, für die deutlich mehr Platz benötigt wird. Letztlich sollen sich so auch in sehr kompakten Geräten wie etwa Smartphones leistungsfähige optische Zoom-Funktionen realisieren lassen - man könnte also ein sehr flaches Smartphone bauen, weil die unterschiedlichen Brennweiten in einem flachen Kamera-Gehäuse realisierbar wären.

Zeiss: Patent auf Miniaturisierte Zoomkamera

Alternativ sieht das von Zeiss entwickelte Konzept für eine Miniaturisierte Zoomkamera vor, die zusätzlichen Linsengruppe auf einem seitlich verschiebbaren Träger anzubringen, der nicht mehr rotierend aufgehängt ist. Als Einsatzgebiet nennt das Patent ausdrücklich Mobiltelefone. Das Problem der nicht durch die unterschiedlichen Brennweiten des Zoomsystems abgedeckten Zwischenstufen will man per Software lösen, um einen flüssigen Ablauf des Zoomvorgangs zu simulieren.

Betrachtet man nun den von Zeiss kürzlich veröffentlichten und oben eingebundenen Teaser, werden die Ähnlichkeiten zwischen dem darin gezeigten Video und dem Patent schnell offensichtlich. So verschieben sich in dem Video drehbare Linsen vor einer Kamera, so dass die dahinter liegenden Logos von Zeiss und Nokia Mobile klar sichtbar werden. Natürlich bedeutet dies noch lange nicht, dass HMD Global als Lizenznehmer für den Namen Nokia bei Mobilgeräten und Zeiss tatsächlich entsprechende Features für künftige Smartphones planen.

Bis eine offizielle Ankündigung durch die beiden Firmen erfolgt, bleibt es also logischerweise bei Spekulationen.

Vielen Dank an unseren Leser Nils Kleinschmidt für den Hinweis!
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