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Pornos & Spotify: Datenverbrauch von Beamten ließ Alarmglocke läuten

Von Nadine Juliana Dressler am 15.07.2017 19:22 Uhr
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Bei der Landespolizei und im Innenministerium in Kiel scheinen es einige Beamte mit der Internetnutzung während der Arbeitszeit maßlos zu übertreiben: Laut Medienberichten geht es dabei um auffällige Datenmengen, die in der IT-Abteilung die Alarmglocken schrillen ließen.

Doch anders als zunächst vermutet - man hatte wohl einen Hacker oder Datenschnüffler im Verdacht - fand man die Ursache für die auffällig großen Datenmengen in den Kieler Behörden bei den Mitarbeitern. Laut einem Bericht des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags und seiner Redaktion des Flensburger Tageblatts sollen Beamte statt ihre Arbeit zu erledigen lieber im Internet gesurft haben. Im Grunde gibt es da klare Regelungen für die Internetnutzung während der Arbeitszeit, die wohl nicht nur von einem Beamten sträflich vernachlässig wurden.

Pornografie im Netz

Sex, Sport und Rock 'n' Roll

Die Beschäftigten dürfen auch privat das Internet nutzen, aber maximal eine Stunde pro Woche während der Dienstzeit. Einige Dienste sind dabei tabu. Die Kieler scherte das wenig. Wie der Kieler Innenexperte der Piraten-Partei Patrick Breyer in Erfahrung brachte, hören die Beamten Spotify, streamen das Angebot von Maxdome und schauen Nachrichten bei Sport1. Zudem sollen sie auch Seiten für Sexkontakte gegenüber nicht abgeneigt gewesen sein und regelmäßig diverse Porno-Seiten aufgerufen haben. Die Beamten müssen während ihrer Arbeitszeit also viel Spaß gehabt haben.

Warnung ging an die Mitarbeiter

Die Vorkommnisse sind dabei bereits im Frühjahr 2017 aufgeflogen. Das Ministerium hatte laut dem Zeitungsbericht seine Mitarbeiter Anfang April mit einem internen Schreiben gewarnt, dass das Verhalten einiger Mitarbeiter aufgefallen sei und geahndet werde. Man ließ in einer Email mitteilen, dass die Protokolldateien der letzten Monate Auffälligkeiten bei der Nutzung des Internetzugangs zeigten, so das Flensburger Tagesblatt. "Auf Arbeitsplatzrechnern seien sehr hohe Datenumfänge und die Nutzung von Seiten mit nicht jugendfreien Inhalten festgestellt worden, die kein dienstliches Interesse erkennen ließen."

Die Piraten hatten zu den Ermittlungs-Ergebnissen Einsicht gefordert und diese jetzt mit dem Flensburger Tageblatt geteilt. Aktuell laufen die Auswertungen der Internetprotokolle in den Behörden, erst danach wird man wohl von Konsequenzen hören.
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