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Faraday Future lahmt: Tesla-Konkurrent stoppt Bau seiner Auto-Fabrik

Von John Woll am 11.07.2017 16:10 Uhr
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Offenbar wegen Finanzierungsproblemen muss das noch junge Elektroauto-Unternehmen Faraday Future den Bau seiner Fertigungsanlagen in der Wüste von Nevada einstellen. Die Zukunft des für 2018 angekündigten Modell FF91 ist damit ungewiss.

Kein Geld für die Fabrik

Wenn neue Unternehmen in dem Markt für Pkws versuchen Fuß zu fassen, wird diesen prinzipiell nur eine sehr kleine Erfolgschance zugerechnet - dies gilt vor allem auch für die noch relativ junge Nische der Elektroautos. Während der aktuelle Branchenprimus Tesla die Negativ-Erwartungen der ersten Jahre hinter sich lassen konnte, muss das Unternehmen Faraday Future jetzt offenbar mit großen Finanzierungsproblemen kämpfen.

Faraday Future

Vor einem halben Jahr hatte das Unternehmen bei der CES in Las Vegas sein erstes Elektro-Modell FF 91 vorgestellt und auch erste Testfahrten mit Prototypen des Modells veranstaltet. Mit Werten von 2,39 Sekunden von 0 auf 100 km/h konnte man zu diesem Zeitpunkt in Sachen Beschleunigung alle Konkurrenz hinter sich lassen. Darüber hinaus hatte das Unternehmen mit verlockenden Eckdaten wie 783 kW (rund 1.060 PS) und einer Reichweite von rund 600 Kilometern auf sich aufmerksam gemacht, der Produktionsstart war für 2018 angekündigt.


Wie Finanz.net berichtet, hat Faraday Future jetzt aber den Bau seiner im Norden von Las Vegas geplanten Fertigungsanlagen vollständig eingestellt. Seit Monaten gibt es Berichte, dass die Bauarbeiten wegen ausbleibender Zahlungen an Zulieferer teilweise vollständig zum Erliegen gekommen waren. Jetzt ist klar, dass die als Milliardenprojekt angekündigte Fabrik, die 13.000 Jobs in die Region bringen sollte, nicht entstehen wird.

Neue Anlagen gesucht

Wie Faraday Future in seinem Statement zu dem endgültigen Baustopp mitteilt, sei man aktuell dabei, "eine neue Fertigungsanlage zu suchen, die Möglichkeiten für einen schnellen Produktionsstart bietet und mit zukünftigen strategischen Optionen übereinstimmt". Welche Auswirkung dies auf den bisher kommunizierten Zeitplan hat, will das Unternehmen aber nicht kommentieren.

Die finanzielle Schieflage von Faraday Future könnte direkt mit Problemen des wichtigsten Großinvestors Jia Yueting zusammenhängen. Nachdem von einem chinesischen Gericht Vermögenswerte des Unternehmers im Wert von über 182 Millionen US-Dollar eingefroren worden waren, hatte dieser alle Ämter bei der Muttergesellschaft LeEco niedergelegt. Man darf angesichts der aktuellen Probleme auf jeden Fall gespannt sein, ob Faraday Future wirklich noch eine Zukunft hat.

Faraday FF 91: Elektroauto mit 1050 PS & 700 km Reichweite
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