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Kampf ums Neuland: YouTuber Gronkh wehrt sich gegen Medienwächter

Von Witold Pryjda am 21.06.2017 18:04 Uhr
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Vor einigen Wochen hat die zuständige Medienanstalt NRW für Aufsehen gesorgt, da man gegen das beliebte Streaming-Angebot PietSmietTV vorgegangen ist. Der Kanal würde eine Rundfunklizenz benötigen, da sein Angebot nach derzeitiger Rechtslage einem herkömmlichen Sender gleichzusetzen ist. Gleiches verlangen die Medienwächter nun offenbar von Let's-Player Gronkh, dieser wehrt sich aber.

Die Medienanstalt NRW geht seit einiger Zeit auf Konfrontationskurs mit den Internet-Stars und hat bereits (indirekt) den Twitch-Kanal von PietSmietTV aus dem Neuland verbannt. Dass das dafür verantwortliche Gesetz als nicht zeitgemäß kritisiert wird, stört die Medienhüter nicht, man gibt auch zu, dass die Bestimmungen veraltet sind.

Aber Gesetz ist Gesetz, sagte Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, vor kurzem sinngemäß, er ging sogar in Gegenangriff über und meinte, dass die Reaktionen der YouTuber "bemerkenswert unprofessionell" ausfallen, da man diese bisher lediglich darauf hingewiesen habe, dass sich Betroffene mit der Medienanstalt in Verbindung setzen sollen, um zu klären, ob ein Lizenzantrag überhaupt nötig ist.

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Ins Visier der Medienwächter ist wohl auch Erik Range alias Gronkh geraten, doch dieser will offenbar beweisen, dass YouTuber sehr wohl professionell sind. Denn er hat sicherlich auch Post aus Nordrhein-Westfalen bekommen, doch statt wie PietSmietTV den Kanal dichtzumachen, will sich Gronkh juristisch gegen die Medienanstalt NRW wehren.

Präzedenzfall

Nach Angaben von GamesWirtschaft (via Wired Germany) hat der bekannteste Let's-Player Deutschlands den Kölner Medienanwalt Jörg Schaller beauftragt. Konkrete juristische Geschütze wurden noch nicht abgefeuert, aber bereits in Stellung gebracht. Denn Schaller verweist auf "rundfunkrechtliche Unbedenklichkeit", die Medienanstalt will sich hingegen nicht davon abbringen lassen, von Gronkh eine Rundfunklizenz zu fordern.

Laut Branchenkennern hat diese Causa Zeug zum Präzedenzfall, da eine Niederlage von Gronkh für die gesamte deutsche YouTube-Szene Konsequenzen hätte.
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