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Microsoft will altes SMB-Protokoll nach Wannacry endlich abschalten

Von Christian Kahle am 19.06.2017 11:57 Uhr
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Der Softwarekonzern Microsoft wird das Erscheinen des nächsten Major Release von Windows auch zum Anlass nehmen, sich in allen möglichen Versionen seines Betriebssystems vom klassischen SMB-Protokoll zu verabschieden - das ist auch eine Konsequenz aus der Wannacry-Epidemie.

Laut einem Bericht des US-Magazins Bleeping Computer werden die Nutzer des Windows-Filesharings sich darauf einstellen müssen, dass sie ab dem Herbst nicht mehr das alte SMB-Protokoll in der Version 1 verwenden können. Dieses wird auch als Notfall-Alternative nicht mehr zur Verfügung stehen, so dass das eigentlich längst anstehende Update auf eine neuere Fassung zwingend erforderlich wird.

Intern sollen bei Microsoft schon neue Windows-Builds angefertigt werden, in denen das Protokoll stillgelegt ist. Das gilt beispielsweise für aktuelle Fassungen von Windows 10 Enterprise und Windows Server 2016. In der nächsten Zeit soll dieser Zustand aber noch nicht bis zu den Insider-Builds durchdringen, die auch von externen Nutzern angesehen werden können, erklärte Ned Pyle aus der Windows Server-Abteilung.

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Abschaltung eigentlich schon lange beschlossen

Überhaupt gibt es noch nichts Spruchreifes zu dem Thema, was auch daran liegt, dass intern noch das Vorgehen beraten wird, mit dem man zu einem Abschied von dem Protokoll kommt. Es ist laut Pyle sehr wahrscheinlich, dass es hier noch zu verschiedenen Änderungen kommt, bis man sich innerhalb des Unternehmens auf ein Konzept geeinigt hat.

Die Entscheidung, SMBv1 abzuschalten, ist eigentlich schon vor rund fünf Jahren gefallen und wurde auch 2014 schon öffentlich kommuniziert - aber damals ohne konkreten Zeitrahmen. Dann tat sich erst einmal nichts mehr, obwohl man sich bei Microsoft der Sicherheitsprobleme, die mit dem Protokoll einhergehen, durchaus bewusst ist. Die Wannacry-Ransomware, die eine Schwachstelle in dem seit Jahrzehnten verfügbaren Protokoll ausnutzte, um durch Firmennetze zu marodieren, hat nun aber wieder Bewegung in die Sache gebracht.

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