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Oh Ironie: Denuvo wird beschuldigt, unerlaubt Software zu verwenden (UPDATE)

Von Witold Pryjda am 06.06.2017 20:04 Uhr
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Ironie ist, wenn eine Kopierschutzlösung, die Urheberrechtsverstöße verhindern oder erschweren soll, mit Vorwürfen konfrontiert wird, selbst Lizenzen unerlaubt verwendet zu haben. Das ist nun bei Denuvo der Fall, denn die aus Österreich stammenden Kopierschutzlösung wird beschuldigt, Software von VMProtect ohne eine rechtmäßige Lizenz zu verwenden.

UPDATE vom 6.6.2017 20 Uhr: Es gibt mittlerweile eine Stellungnahme von VMProtect, die nahelegt, dass es sich bei dem angeblichen Lizenzverstoß um eine Finte gehandelt hat. VMProtect unterstreicht, dass die Denuvo GmbH anders als gemeldet eine gültige Lizenz hat und auch in der Vergangenheit hatte. (Update Ende, Danke für die Einsendung dieses Hinweises).

PC-Spielern bzw. der Cracker-Szene ist Denuvo Software Solutions GmbH aus Salzburg sicherlich ein Begriff, die gleichnamige DRM-Lösung - eine Art Sekundärverschlüsselung für den eigentlichen Kopierschutz - galt lange Zeit als unknackbar. Die Szene hat sich eine ganze Weile daran auch die Zähne ausgebissen, inzwischen hat Denuvo aber allen Schrecken verloren und konnte zuletzt auch in aktualisierten Varianten in Rekordzeit geknackt werden.

Nun wird Denuvo aber selbst beschuldigt, gegen Software-Lizenzrechte verstoßen zu haben. Denn wie TorrentFreak unter Berufung auf einen Entwickler von VMProtect berichtet, wirft das russische Unternehmen dem österreichischen Anbieter vor, unerlaubt Software verwendet zu haben.

Standardlizenz nicht ausreichend

Demnach hätten VMProtect Software und Denuvo vor rund drei Jahren miteinander einen Schriftverkehr gehabt, darin ging es um die Möglichkeit, dass Denuvo VMProtect-Tools einsetzt. Bei VMProtect handelt es sich um eine Software, die gegen Reverse-Engineering und Cracking schützt. Laut dem Insider habe VMProtect unmissverständlich klargemacht, dass eine 500-Dollar-Standardlizenz für einen Einsatz bei Denuvo keinesfalls ausreicht, da den Österreichern eine Eigenentwicklung von etwas Vergleichbarem mehrere hunderttausend Dollar gekostet hätte.

Denuvo hat aber dennoch eine Standard-Lizenz erworben und das eigene Produkt auf den Markt gebracht. VMProtect hat daraufhin die erworbene Lizenz aufgrund von Verstößen gegen die Lizenzbestimmungen storniert. Denuvo wurde informiert, dass man die Angelegenheit per Zahlung einer "bescheidenen Entschädigung" lösen könne, der Vorschlag sei aber ignoriert worden, so der Insider mit dem Namen "drVano".

VMProtect hat mittlerweile eine Vereinbarung mit dem Anti-Vir-Anbieter Sophos getroffen, wonach dieser Denuvo-Versionen mit VMProtect-Software als potenzielle Malware kennzeichnen wird. Außerdem soll man derzeit mit Valve sprechen, damit auf Steam keine Arbeit von Scammern, also Betrügern (gemeint ist natürlich Denuvo), mehr auftaucht. Eine Klage ist noch nicht eingereicht worden, wird aber derzeit vorbereitet.

Siehe auch: Denuvo v4+ in kurzer Zeit geknackt, laut Cracker eine "Abscheulichkeit"
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