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"Wir sehen uns im Büro - oder gar nicht": IBM streicht Home-Office

Von Witold Pryjda am 19.05.2017 10:06 Uhr
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IBM ist nicht nur Pionier des Computergeschäfts, das Unternehmen hat bereits sehr früh seinen Mitarbeitern ermöglicht, von zu Hause aus arbeiten zu können. Nach mehreren Jahrzehnten werden nun alle Home-Office-Nutzer wieder ins Büro zurückberufen, der einstige Verfechter dieses Modells reagiert damit vermutlich auf wirtschaftlich nicht ganz so gute Zeiten.

Die International Business Machines Corp., besser bekannt unter der Abkürzung IBM, hat laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) seine Angestellten diese Woche darüber informiert, dass sie vor der Wahl stehen, wieder in das für sie zuständige nächstgelegene Büro zurückzukehren oder das Unternehmen verlassen müssen.

Überraschender Schritt

Diese Entscheidung bezeichnet das WSJ als "besonders überraschend", da IBM bisher als einer der glühendsten Verfechter dieses Arbeitsmodells galt. Denn IBM vermarktet u. a. Software und Dienste für genau diesen Zweck und bietet bzw. bot nicht nur seinen eigenen Angestellten die Möglichkeit zum Arbeiten zu Hause an, sondern wollte eben auch Kunden dazu bringen. Entsprechend hat man über die Jahre zahlreiche Studien zu den Vorteilen des Home-Office veröffentlicht.

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Davon will man nun aber plötzlich nichts mehr wissen und verweist darauf, dass eine Rückkehr ins Büro die Zusammenarbeit stärken und die Geschwindigkeit sowie Leistung erhöhen wird. Wie viele Mitarbeiter von dieser Maßnahme betroffen sind, ist nicht bekannt, in der Vergangenheit hat der Konzern aber mitgeteilt, dass rund 40 Prozent seiner 380.000 Angestellten ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten.

Zum Thema Home-Office gibt es mittlerweile recht gegensätzliche Einstellungen: Yahoo hat beispielsweise 2013 ein Heimarbeitsprogramm komplett eingestellt. Microsoft Deutschland hingegen propagiert seine Home-Office-Möglichkeit ziemlich offensiv und verweist immer wieder auf die Vorteile dieser Lösung.

Hintergrund für das Umdenken bei IBM sind sicherlich auch wirtschaftliche Faktoren: "Big Blue" hat seit 20 Quartalen mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen, von der Arbeitsplatz-Maßnahme erhofft man sich sicherlich eine gesteigerte Produktivität und eine damit verbundene Erholung der Finanzen.
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