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China: WannaCry zeigt, wer wirklich die IT-Security weltweit bedroht

Von Christian Kahle am 18.05.2017 10:45 Uhr
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Die Ransomware-Kampagne WannaCry gibt China die Gelegenheit, die ständigen Vorwürfe der US-Regierung endlich einmal mit aller Deutlichkeit zurückzugeben. Der Vorfall sei nur ein Beispiel dafür, wie die USA die Verbesserung der IT-Sicherheit aktiv untergrabe, hieß es in staatlichen Medien.

WannaCry befällt hunderttausende Rechner

Über viele Jahre hinweg hat man seitens der US-Regierung China als die globale Bedrohung für die Sicherheit der IT-Infrastrukturen aufgebaut. Das führte inzwischen soweit, dass sich beispielsweise der Netzwerkausrüster Huawei komplett vom US-Markt zurückgezogen hat, da man die ständigen Vorwürfe und Schikanen leid war. Das ist natürlich auch nicht gerade vorteilhaft für die USA und ihre Wirtschaft, denen nun im Grunde nur noch Nokia als großer Lieferant zur Verfügung steht.

Auf der anderen Seite hatte die international durchschlagendste Malware-Epidemie der letzten Zeit ihren Ursprung klar in den USA. WannaCry war letztlich auch nur möglich, weil der US-Geheimdienst NSA über viele Jahre eine kritische Sicherheitslücke für alle möglichen Windows-Systeme geheimhielt und hunderte Millionen von Anwendern weltweit einem extremen Risiko aussetzte. Dass nicht mehr passierte, als in den letzten Tagen zu verzeichnen war, ist in weiten Teilen auch diversen glücklichen Umständen zu verdanken.

Viele Betroffene in China

Die Reaktion aus China folgte nun prompt: "Konzentrierte Maßnahmen gegen die Cyberkriminalität werden durch das Vorgehen der USA verhindert", hieß es dieser Tage laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters in der China Daily. In dem Land waren immerhin ebenfalls rund 30.000 Institutionen von WannaCry-Infektionen betroffen.

Aus chinesischer Sicht ist es schlicht der anhaltenden Dominanz der USA im Netz geschuldet, dass diese sich noch immer als relativ gutartiger Akteur präsentieren und ihre Konkurrenz schlechtmachen kann. Wie sich nun aber zeige, so hieß es weiter, gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, warum ausgerechnet chinesische Firmen immer wieder vom US-Markt ausgeschlossen werden, dies andersrum aber nicht geschehen soll.
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