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Microsofts Windows 10-Zwang für neue CPUs lässt sich umgehen

Von Roland Quandt am 19.04.2017 14:55 Uhr
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Microsoft versucht seit kurzem mit einem recht rigorosen Eingriff dafür zu sorgen, dass die Nutzer von Windows 7 und 8.1 auf das neue Windows 10 aktualisieren, wenn sie zwar einen PC der neuesten Generation besitzen, aber immer noch lieber mit einem der alten Betriebssysteme arbeiten. Ein Anwender hat nun einen Weg gefunden, die von Microsoft mit einem Update umgesetzte "CPU-Sperre" zu umschiffen.

Wie Bleeping Computer berichtet, hat ein Github-Nutzer namens Zeffy einen hausgemachten Patch für die betroffenen Betriebssysteme entwickelt, mit dem sich die CPU-Prüfung umgehen lässt. Dabei werden einige DLL-Dateien modifiziert, mit denen vor dem Bezug von Updates über Windows Update normalerweise geprüft wird, welcher Prozessor im jeweiligen System verbaut ist.

Siehe auch: Nicht unterstützte Hardware: Windows 10-Zwang für neue CPUs gestartet

Eigentlich hatte Microsoft im März 2017 mit dem Update KB4012218 begonnen, diese Prüfung des CPU-Typs auf Rechner mit Windows 7 und 8.1 zu bringen. Wird bei der Prüfung festgestellt, dass es sich um einen Rechner mit eine Intel "Kaby Lake"-CPU der siebten Generation der Core-Prozessoren oder einen AMD "Bristol Ridge"-SoC handelt, wird die Installation neuer Updates für Windows 7 und 8.1 normalerweise verhindert.

Zeffys Patch besteht aus vier Batch-Skripten, die dafür sorgen, dass die CPU-Prüfung übersprungen wird, so dass weitere Updates auf regulärem Weg auf den jeweiligen Rechnern landen. Im Grunde wird dabei die Datei wuaueng.dll so modifiziert, dass ein in ihr enthaltener Wert, der festlegt, ob eine CPU unterstützt wird, immer auf "ja" steht.

Natürlich gibt es bei dem von Zeffy entwickelten Patch einige Einschränkungen - allen voran natürlich der Umstand, dass es nie zu empfehlen ist, Systemdateien zu modifizieren. Darüber hinaus muss der Anwender gegebenenfalls bei jeder Aktualisierung der zu modifizierenden Datei wahrscheinlich einen neuen Patch einspielen.

Im Grunde müsste somit fast jeden Monat ein neuer Patch entwickelt werden, um die CPU-Prüfung erneut zu umgehen, falls Microsoft sie verändert oder die Modifikation der betroffenen Datei erschwert. Immerhin haben die Redmonder auch mit den kürzlich anlässlich des Patch-Days für den Monat April erschienenen Updates keine Veränderungen an der seit März verteilten Version der zu modifizierenden Datei vorgenommen.
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