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EU-Standard für Smartphone-Ladekabel und -geräte wieder im Gespräch

Von Nadine Juliana Dressler am 12.04.2017 14:47 Uhr
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Das Europäische Parlament hat sich nun wieder einmal an den Versuch gewagt, für einen neuen Standard von einheitlichen Ladegeräten bei Mobiltelefonen zu sorgen. Alle bisherigen Versuche waren bisher gescheitert, da die Industrie kein echtes Interesse an einer solchen Regelung hatte.

Für den Endnutzer wäre es sicher praktisch, für die Unternehmen ist es eine Bevormundung, die ihnen gar nicht gefällt: Seit Jahren kämpft die EU für einheitliche Ladegeräte für Mobiltelefone. Man hatte dazu zwar schon mit großer Mehrheit im Parlament vor fast drei Jahren ein Gesetz auf den Weg gebracht, das einheitliche Ladegeräte für Tablets und Smartphones ab 2017 vorsah. Einen verpflichtenden Charakter hatten die neuen Regelungen aber nicht, die EU setzte ganz auf Freiwilligkeit. Zudem fehlte es dem Gesetzt einiger Kritiker zufolge an wichtigen Details, wie die Ladegeräte sowie die Kabel-Anschlüsse künftig auszusehen haben. Resultat war, dass eigentlich alles nahezu so ungeregelt blieb, wie zuvor.

Totgeburt oder Neustart?

Und auch der neue Anstoß ist nach den bisherigen Erfahrungen mit der Freiwilligkeit wohl schon jetzt eine Totgeburt. Denn laut dem Bericht von Zeit Online arbeitet die zuständige EU-Kommission wieder an "neuen freiwilligen Verpflichtungen" aller Hersteller. Die Details dazu hatte die Nachrichtenagentur AFP geliefert, die von dem neuen Vorstoß von einer offiziellen EU-Sprecherin informiert wurde.

Verbesserte Kompatibilität

Dass das Thema ein echter Dauerbrenner ist, zeigt ein Blick zurück in die jüngere Vergangenheit. Schon vor rund einem Jahrzehnt war die erste Regelung für eine verbesserte Kompatibilität der Ladegeräte der großen Hersteller untereinander gestartet worden. Damals war eine Einigung erzielt worden, nach der sich die Anbieter auf Netzgeräte-Ladekabel mit Micro-USB-Stecker einigten. Bis diese dann jedoch auch auf dem europäischen Markt verfügbar waren dauerte es. Einige Ausnahmen, wie zum Beispiel beim iPhone, wurden damals nicht weiter geahndet.

Schließlich endete die geschlossene Vereinbarung Ende 2012. Seither stehen trotz Gesetzesvorstoß verbindliche Regelungen aus. Laut der AFP sei man nun aber tatsächlich noch positiv gestimmt, eine Lösung zu finden. Dafür setzt man jetzt auf eine gemeinsame Suche nach einem Kompromiss mit den Herstellern. Ob sich die Marktführer wie Samsung und Apple dazu alle bereits an den runden Tisch gesetzt haben, ist nicht bekannt.

Siehe auch: EU: Einheits-Ladegeräte für Handys werden Gesetz
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