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Déjà-vu: Apple boykottiert Fremd-Reparaturen am iPhone 7 Home-Button

Von Nadine Juliana Dressler am 11.04.2017 10:31 Uhr
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Seit Jahren gibt es Ärger, weil Apple beim iPhone nur Reparaturen akzeptiert, die durch den iPhone-Hersteller selbst durchgeführt werden. Nun geht der Konzern beim iPhone 7 noch einen Schritt weiter: Wer einen defekten Home-Button von "Unbefugten" austauschen lässt, kann weder die Touch ID noch den Home-Button an sich nutzen, beide bleiben ohne Funktion.

Während in den USA erste Gesetzes-Initiativen für ein "Recht auf Reparatur" laufen, bekommt Apple wieder Ärger mit iPhones, die bei Drittanbietern wiederhergestellt wurden. Schon seit der Einführung der Touch ID im Jahr 2013 behält sich Apple vor, Reparaturen an der Fingerabdruck-Erkennung nur selbst vornehmen zu können. Teile, die von anderen Dienstleistern eingebaut werden, werden von einer Software-Schranke erkannt und ausgeschlossen, so dass sie ohne Funktion bleiben.


Ein Gerät ohne Funktion

Den Fall des iPhone 7-Home-Buttons hat sich jetzt das Online-Magazin Motherboard vorgeknöpft. Denn beim iPhone 7 hat Apple erstmals auf einen physischen Home-Button verzichtet und nutzt stattdessen einen in das Display integrierten Button. Somit muss bei einem Defekt der Front, zum Beispiel wenn das Display durch Unachtsamkeit zersplittert ist, immer alles ausgetauscht werden - und zwar direkt bei Apple, da man sonst einen nicht mehr nutzbaren Home-Button inklusiver ausgeschalter Touch ID zurückbehält.

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Hintergrund ist die Kopplung an Apples Sicherheits-Mechanismus, genannt Secure Enclave, der einen unbefugten Zugriff auf die Touch ID verhindern soll. Ist die Kopplung zwischen Secure Enclave und dem A-Chip des iPhones nach einem Austausch nicht wieder von Apple freigegeben, läuft einfach nichts. Die Home-Taste funktioniert mit dem ursprünglich in der Fabrik verbauten Button, ansonsten muss Apple das Gerät "neu kalibrieren".

Beim iPhone 6 war Apple etwas zu weit gegangen mit diesem zugegebenermaßen in den meisten Fällen sinnvollen Sicherheitswahn: Man hatte nach einer "unauthorisierten" Reparatur das iPhone mit dem "Fehler 53" komplett unbrauchbar gemacht. Nun werden nur die ausgetauschten Komponenten ausgeschlossen.

Keine Alternative

Problematisch bleibt aber, dass Apple bei Geräten, die bereits bei einem Drittanbieter in Reparatur waren, oftmals weitere Garantieansprüche komplett ablehnt und diese Geräte auch nicht kostenpflichtig austauscht. Zudem wurden vor kurzem die Preise für den Apple-Service deutlich erhöht. Eine günstige Alternative bleibt durch die Blockierung anderer Anbieter so dennoch nicht.

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