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Amazon verbannt Piraterie-Media-Player, droht mit deren Zerstörung

Von Witold Pryjda am 03.04.2017 15:31 Uhr
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Media-Player bzw. Set-Top-Boxen auf Basis der Software Kodi werden immer wieder mit "freigeschalteten" Piraterie-Add-Ons bzw. mit integrierten illegalen Streaming-Diensten verkauft, auch bei Amazon. Der Versandhändler hat nun angekündigt, gegen derartige Hardware scharf vorzugehen.

Zuletzt gab es immer häufiger Klagen aus der Content-Industrie im Zusammenhang mit der ehemals als Xbox Media Player bekannten Software Kodi. Diese ist zwar an sich voll und ganz legal, durch den Umstand, dass Kodi eine Open-Source-Anwendung ist, kann sie auch einfach modifiziert bzw. mit allen nur möglichen Erweiterungen bestückt werden. Und dazu zählen auch Add-Ons, die illegales Streaming direkt in die Software integrieren.

Einen Schritt weiter gehen Anbieter von Hardware, die auf Basis von Kodi arbeiten und derartige illegale Streaming-Angebote "out of the box" anbieten. Dadurch kauft man Piraterie-Inhalte gewissermaßen gleich mit. Solche Boxen sind auch auf Amazon recht leicht zu finden. Offiziell unterstützt der Online-Händler das aber natürlich nicht, dennoch ist es nicht besonders schwer, solche "fully-loaded" Player bei Marketplace-Anbietern aufzuspüren.


Laut einem Bericht von TorrentFreak hat Amazon vor kurzem seine Richtlinien aktualisiert und schreibt nun, dass bereits eine Andeutung in Richtung Piraterie bzw. der Möglichkeit dazu ausreicht, um ein Verkaufsverbot zu rechtfertigen.

Entdecktes wird zerstört

Die Folgen bei einem Verbot sind schwerwiegend: Wenn Amazon derartige Geräte in seinen Versandzentren entdeckt, dann werden diese dort umgehend aus dem Verkehr gezogen und zerstört, eine Entschädigung bekommen sie dafür nicht. Schlimmer noch: Sollte Amazon konkrete Beweise für illegale Aktivitäten haben, behält man sich sogar das Recht vor, noch ausstehende Zahlungen an den jeweiligen Händler zurückzuhalten.

TorrentFreak schreibt, dass der Anti-Piraterie-Dienst Irdeto die harte Haltung Amazons mit viel Lob bedacht hat. Gleichzeitig nahm man aber auch Kodi in Schutz, die Anbieter der Software seien genauso Opfer wie die Rechtbesitzer.

Siehe auch: Illegale Inhalte - Filmindustrie nimmt Kodi ins Visier, Erfolg fraglich

Download Kodi (ehemals XBMC) - Media-Center-Software
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