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Filme: Hollywood erwägt Heimkino-Freigabe 30 Tage nach Start für 30$

Von Witold Pryjda am 24.03.2017 13:43 Uhr
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Die Idee ist nicht neu, umgesetzt wurde sie bisher aber noch nicht: Aktuell planen sechs große Hollywood-Studios einen Dienst, bei dem man aktuelle Kinofilme 30 Tage nach Start legal im Heimkino sehen kann. Das Ganze soll 30 Dollar kosten, allerdings nicht etwa als monatliche Pauschale, sondern pro Film.

Als einer der Gründe für Filmpiraterie wird immer wieder die zeitliche Verzögerung zwischen Kinostart und Heimkinodebüt genannt. Denn so mancher Filmfan will sich einen Streifen lieber bequem in den eigenen vier Wänden ansehen als Zeit und Geld in einen Kinobesuch zu investieren.

Es ist kompliziert

Deshalb überlegt die Filmindustrie schon seit einer ganzen Weile, Kinostreifen noch schneller für eine Heimnutzung per Streaming freizugeben. Die Sache kann man allerdings wie so manche Beziehung auf Facebook umschreiben: Es ist kompliziert. Denn das Vertriebsmodell der Filmindustrie ist einigermaßen komplex, im Gegensatz zu etwa Plattenfirmen muss Hollywood unter anderem Kinoketten, DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen, Streaming-Portale und Fernsehausstrahlungen berücksichtigen.

Das hat auch zur Folge, dass man anders als die Musikindustrie (bei Alben) einen Streifen nicht am Tag seiner Veröffentlichung auch per Streaming zur Verfügung stellen kann - zu viele Interessen wollen bedient werden. Doch laut einem Bericht von Variety (via TorrentFreak) kommt nun wieder etwas Bewegung in die Sache.

Demnach wollen sechs der sieben größten Hollywood-Studios Schwung in die Angelegenheit bringen. Denn sie wollen Kinobetreiber an einer etwaigen Heimlösung beteiligen, da vor allem diese einen Einnahmeverlust befürchten.

Ursprünglich hat Warner Bros.-CEO Kevin Tsujihara ein Modell mit 50 Dollar pro Film und eine Heimveröffentlichung mit 17 Tagen nach Kinostart vorgeschlagen. Doch das ist bei anderen Studios wie Fox und Universal auf Ablehnung gestoßen, denn man sah den Preis von 50 Dollar pro Film als zu hoch an. Stattdessen plädieren sie für eine Lösung mit 30 Dollar und 30 bis 45 Tagen nach Start. Für Universal ist aber diese zeitliche Verzögerung zu lange, man würde gerne eine Freigabe unter drei Wochen haben.

Es überrascht deshalb nicht, dass Variety schreibt, dass die Verhandlungen zähe laufen und seit mehr als einem Jahr nicht nachhaltig vorankommen. Und man kann sicherlich zweifeln, ob sie jemals einen erfolgreichen Abschluss finden werden.
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