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Microsoft & Co.: Wikileaks knüpft Zero Day-Infos an Bedingungen

Von Christian Kahle am 20.03.2017 10:52 Uhr
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Die großen Technologiekonzerne hätten von WikiLeaks gern genauere Informationen über die Zero Day-Lücken, die vom US-Geheimdienst CIA zum Ausspionieren von Nutzern eingesetzt werden sollen. Doch die Plattform hat deren Weitergabe an Bedingungen geknüpft.

Sowohl Apple, Microsoft als auch Google haben sich an Wikileaks gewandt, um Genaueres zu den in den CIA-Leaks enthaltenen Schwachstellen in ihren Produkten zu erfahren. Das soll es ermöglichen oder zumindest helfen, die Lücken schnellstmöglich zu schließen. Seitens Wikileaks weigert man sich aber bisher, detaillierte Informationen einfach so herauszugeben und den Firmen den Schutz ihrer Kunden zu ermöglichen.

Einem Antwortschreiben an die Firmen soll ein Dokument beiliegen, das vor der Übermittlung von Informationen zu unterzeichnen sei. In diesem werden wohl verschiedene Bedingungen aufgeführt, welchen sich die Unternehmen unterwerfen sollen, berichtet das Vice-Magazin unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Unter anderem sollen sich die Firmen verpflichten, binnen 90 Tagen Patches zu veröffentlichen. Während dies noch nachvollziehbar wäre, ist aktuell nichts Genaueres zu den anderen Forderungen bekannt.

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Es ist kompliziert

Seitens der Unternehmen werden aber wohl nicht nur die Bedingungen selbst als problematisch angesehen. Denn rechtlich können sie in gänzlich anderen Situationen landen, wenn sie die Lücken aufgrund geleakter Informationen schließen oder aber aktiv mit dem Leaker auf einer vertraglichen Basis zusammenarbeiten, was wohl der Fall wäre, wenn eine Unterschrift geleistet wird. Dann bestünde zumindest theoretisch die Gefahr, dass man wegen der Arbeit mit illegal erlangten Informationen einem gewissen Grad der Mittäterschaft bezichtigt wird.

Die einfachste Lösung des ganzen Problems wäre es natürlich, wenn die CIA nun selbst die Informationen über die von ihr genutzten Sicherheitslücken an die jeweiligen Unternehmen übermittelt. Denn in dem Geheimdienst muss im Grunde jedem klar sein, dass alle Tools und Exploits, die in dem Leak enthalten sind, für die eigene Arbeit ohnehin verbrannt sind. Nun könnte man zumindest noch einen Beitrag leisten, um die Bürger des eigenen Landes davor zu schützen, dass beliebige Kriminelle in den Besitz der Informationen kommen und diese missbrauchen. Eine solche Einsicht ist allerdings kaum zu erwarten.
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